Zukunft der Wirtschaft – Universalistische Perspektiven
Das gegenwärtige Wirtschaftssystem sieht sich mit einer Multikrise konfrontiert, die weit über rein ökonomische Parameter hinausgeht und fundamentale Fragen nach Gerechtigkeit, Reproduktion und demokratischer Teilhabe aufwirft. Das autonome Tutorium „Zukunft der Wirtschaft – Universalistische Perspektiven“ widmet sich der kritischen Analyse des Kapitalismus und der expliziten Suche nach emanzipatorischen Alternativen jenseits neoliberaler Dogmen. Der erste Block des Seminars dekonstruiert die „monetäre Maschine“ des Kapitalismus. Ausgehend von Aaron Sahrs Analyse der Geldschöpfung als privatem Privileg und Yanis Varoufakis’ Vorschlägen zur Demokratisierung der Zentralbanken, hinterfragen wir die vermeintliche Neutralität des Geldes. Diese institutionelle Kritik wird im zweiten Block durch Katharina Pistors Überlegungen zu einer Revolution des Geldwesens vertieft. Jenseits der monetären und juristischen Strukturen widmen wir uns im dritten Block der „Creative Construction“ postkapitalistischer Gesellschaften. Mit Rückgriff auf Nancy Fraser und Konzepte der Care Revolution (Winker/Neumann) verschieben wir den Fokus auf eine feministische Ökonomie, die die Reorganisation von Reproduktionsarbeit ins Zentrum einer solidarischen Gesellschaft stellt. Den vierten Schwerpunkt bildet die Materialität der Ungleichheit. Vor dem Hintergrund des World Inequality Report 2026 und im Rückgriff auf die theoretischen Grundlagen von Thomas Piketty und Branko Milanovic analysieren wir extreme Vermögensakkumulation nicht nur abstrakt, sondern übersetzen sie durch künstlerische Interventionen am Campus direkt in den sichtbaren Raum. Im fünften Block prüfen wir konkrete sozial-ökologische Reformansätze.
Tutor:innen: Philipp Rasper / David Braun
Zeit & Ort noch unbekannt, siehe Instagram der Fachschaft 03