Historische Zusammenhänge Dekolonialer Theorien aus Lateinamerika
Wenn man sich mit Dekolonialen Autor:innen aus Lateinamerika auseinandersetzt, fällt einem schnell auf, dass oftmals zum Aufbau ihrer Theorien historische Ereignisse erwähnt werden. Augenscheinlich separate Themengebiete wie Antimuslimischer Rassismus und die Eroberung der Neuen Welt, sind nicht so weit voneinander entfernt, wie man denken mag. Ramon Grosfoguel und Eric Mielants (2006) zum Beispiel, reden von der Entstehung eines ‚inneren Fremden‘ während der Reconquista in Spanien als Basis für koloniale Eroberung, abgegrenzte europäische Identitätsstiftung und die subsequente Entstehung eines ‚externen Fremden‘. Das Jahr 1492 stellt innerhalb von dekolonialen Theorien einen Wendepunkt in intersektionaler Hinsicht dar. Dieser ist markiert durch die Rückeroberung der letzten muslimisch regierten Stadt in Spanien und die erste Reise von Christopher Kolumbus, Ereignisse, die nur wenige Monate voneinander entfernt stattfanden und vom spanischen Königshaus veranlasst wurden. Solche historischen Ereignisse sollen in diesem Tutorium zusammen mit dekolonialen Theorien näher behandelt werden, um ein tieferes Verständnis der Texte zu ermöglichen und im nächsten Schritt auf bestehende Machtstruckturen anzuwenden.
Tutor:in: Maria Elena Prieto Jarabo
Zeit: Di 12-14 Uhr ab 20.10.
Ort: SH 5.108
Kontakt: mprietojarabo [at] stud.uni-frankfurt.de (mprietojarabo[at]stud[dot]uni-frankfurt[dot]de)