Die Frage nach dem Mythos seit der Romantik – Randgänge zwischen Vernunft und Fiktion
Wir befinden uns in der Mythologie, in einem Mythos, dessen Umgrenzung nur in der Zukunft erkennbar wird. Erst die Überschreitung des Mythos, der Austritt aus der Mythologie, lässt uns den Mythos als solchen gewahr werden. So sind wir auch in einer Form der Mythologie, die aber für uns formlos bleibt und sich uns entzieht. Ungefähr so lässt sich der Mythos mit Schelling und Lévi-Strauss begreifen. Paradigmatisch ist die Forderung nach einem Mythos in der Romantik, nach der Wiederentdeckung der Macht des Mythos, seine schöpferische Kraft durch Poesie und Fiktion zu verwirklichen. Unter einer solchen Forderung lässt sich auch das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus verorten, das nach einer Mythologie der Vernunft verlangt. So wird der Ausgangspunkt des autonomen Tutoriums die philosophische Romantik bilden, und von dort werden wir bis ins 20. Jahrhundert schreiten. Dabei versuchen wir, im Hinblick auf die Dichtung auch die Poiesis als produktive und schöpferische Kraft zu denken, was technologische Fiktion miteinbezieht, wie auch ideologische Mythen, die nach Vereinigung suchen. Wir werden Texte von Schelling und Schlegel über Nietzsche und Benjamin hin zu Heidegger, Adorno, Bataille, Haraway und Nancy lesen.
Erster Treffpunkt: vor dem Philo-Café