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Transparent: Kritisches Denken braucht Zeit und Raum

Autoritäre Entwicklung des kapitalistischen Staates – gestern und heute

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In der politischen Öffentlichkeit tut man sich leicht, gegenwärtige autoritäre Phänomene zu erklären: Bei „Modernisierungsverlierern“ und „abgehängten“ Teilen der Arbeiterklasse herrschten Ressentiments vor, die von Akteuren wie der AfD gezielt geschürt und ausgeschlachtet würden. Die Triebkräfte des Autoritarismus werden an den Rändern der Gesellschaft verortet, nicht in ihrer Mitte. Teile dieses Diskurses werden auch von antifaschistischen Aktivist*innen übernommen, die die „faschistische“ AfD einem durchweg „demokratischen“ Lager gegenüberstellen.

Derartige Auffassungen halten wir für verkürzt. Wir glauben, dass autoritäre Entwicklungen nicht verstanden werden, solange die Rolle des Staates und dessen Funktionen im Kapitalismus unberücksichtigt bleiben. In unserem AT widmen wir uns daher der Tradition materialistischer Staatstheorie und den hier entstandenen Analysen autoritärer Herrschaft. Durch die Beschäftigung mit historischen Formen autoritärer Staatlichkeit wollen wir mögliche Parallelen, aber auch Unterschiede zur heutigen Situation herausarbeiten, um falsche historische Analogien und daraus entstehende fehlgeleitete Praxis zu vermeiden. Auch neuere, an die Diskussion der materialistischen Staatstheorie anschließende Ansätze sollen dabei helfen, den Gegenstand angemessen zu verstehen, um adäquate Handlungsperspektiven zu entwickeln. Vorkenntnisse in marxistischer Gesellschaftstheorie bzw. materialistischer Staatstheorie sind von Vorteil, aber nicht notwendig.

Tutor:innen: Konstantin Weißerth, Jakob Kraemer
Zeit: Mo 16-18 Uhr ab 19.10.
Ort: SH 4.109
Kontakt: konstantin.weisserth [at] stud.uni-frankfurt.de (konstantin[dot]weisserth[at]stud[dot]uni-frankfurt[dot]de), jakob.kraemer [at] stud.uni-frankfurt.de (jakob[dot]kraemer[at]stud[dot]uni-frankfurt[dot]de)