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Transparent: Kritisches Denken braucht Zeit und Raum

PM des AStA zu den Umbauplänen des Präsidiums: Aus der Zeitung erfahren, hinter verschlossenen Türen beraten

20.10.2026

Sieben statt 16 Fachbereiche, rund 60 Professuren weniger, nur noch zwei statt fünf geisteswissenschaftliche Fachbereiche: So plant das Präsidium laut F.A.Z. vom 20. Oktober den Umbau der Goethe-Universität. Studierende, Mittelbau und viele Professor:innen haben davon aus der Zeitung erfahren, nicht vom Präsidium. Der AStA der Goethe-Universität kritisiert dieses Vorgehen scharf.

Das 59-seitige Konzept lag der F.A.Z. exklusiv vor, dem AStA nicht. Am Mittwoch soll der Senat in einer nichtöffentlichen Klausur darüber beraten – obwohl er laut seiner Geschäftsordnung grundsätzlich universitätsöffentlich tagt. Ausnahmen sind für Vertrauliches wie Berufungen und Personalfragen gedacht, nicht für die Zukunft der ganzen Universität.

„Es kann nicht sein, dass sich das Präsidium aussucht, mit welchen Dekan:innen und Instituten es spricht und wer welche Informationen bekommt. Wenn das Präsidium für die neuen Fachbereiche auch noch die Dekan:innen einsetzt, konzentriert sich die Macht so sehr bei ihm, dass jede Gegenstimme verschwindet“, sagt Persephone vom Fachschaftenreferat.

Weniger Fachbereiche heißen weniger Gremien, weniger Fachschaften und weniger Sitze für mehr Fächer. Vorbereitet wird der Umbau in „Fachbereich-Transformations-Teams“. Wer dort mitredet, ist offen. Und er ist an massive Kürzungen gekoppelt, die Fächer gegeneinander ausspielen.

„Eine kompetente und tatsächlich exzellente Präsidiumsführung würde anders handeln. Als Studierende und Betroffene müssen wir feststellen, dass uns die Universität längst nicht mehr als Menschen wahrnimmt, sondern nur noch als Lohnzettel und Matrikelnummern. Gegen diesen Abbau brauchen wir die Solidarität der Zivilgesellschaft“, Safin Rahi vom AStA Vorstandskollektiv.

„Schon vor knapp einem Jahr hat das Präsidium bei der Novellierung der Rahmenordnung versucht, die Hochschule über die Köpfe der Studierenden hinweg zu gestalten. Dieses Mal wurde uns das Konzept nicht einmal vorgelegt. Weniger Professuren und zusammengequetschte Institute sind das Gegenteil einer Exzellenzstrategie. Exzellenz für Exzellenz für Exzellenz, ohne studentische Teilhabe, ohne Menschen – das kenne ich von meiner Alma Mater in Russland. Ist das das Profil, für das die Goethe-Universität stehen will?“, fragt Ilia vom Referat für Internationales.

Der AStA fordert, das vollständige Konzept offenzulegen, im Senat öffentlich zu beraten und alle Statusgruppen an jedem Schritt zu beteiligen – auch in den Transformations-Teams. Umbau und Sparvorgaben gehören getrennt diskutiert. Über die Zukunft der Goethe-Universität entscheidet der Senat, nicht das Präsidium.