PM AStA Uni Frankfurt zur Infragestellung des BAföG-Erhöhung
Der AStA der Goethe-Universität äußert sich entrüstet über die Aussagen von Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU), die sich den Stimmen aus der Union anschließt und die im Koalitionsvertrag versprochene Erhöhung im Zuge der BAföG-Reform infrage stellt. Besonders dreist ist ihre Behauptung, Studierende könnten ihr Studium notfalls durch Arbeit finanzieren. Diese Aussage unterstellt Studierenden pauschal Faulheit und geht völlig an unserer Lebensrealität vorbei.
Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage[1] arbeiten bereits drei von vier Studierende neben dem Studium. „Für viele bleibt trotz Nebenjob nach Miete und Lebensunterhalt kaum Geld übrig; sie sind von Armut bedroht und enormer psychischer Belastung ausgesetzt“, so Timo Wenninger vom AStA Frankfurt. Die Armutsquote unter Studierenden ist besonders hoch. Eine Erhöhung des BAföG-Satzes und der Wohnkostenpauschale ist daher essenziell, um der steigenden Bildungsungerechtigkeit punktuell entgegenzuwirken.
Benötigt werden aber weitaus umfassendere Reformen: „Notwendig ist eine Dynamisierung der Bedarfssätze auf ein menschenwürdiges, bedarfsdeckendes Niveau sowie eine umfassende Reform hin zu einer elternunabhängigen Studienfinanzierung als Vollzuschuss“, so Safin Rahi, vom Vorstandskollektiv des AStA der Goethe-Universität. Aktuell erhalten nur rund 12 % der Studierenden überhaupt BAföG. „Eine Erhöhung der Wohnkostenpauschale von 380 € auf 440 € reicht bei weitem nicht aus und hilft kaum gegen die soziale Auslese, die Studieren in Großstädten wie Frankfurt vom Geldbeutel der Eltern abhängig macht“, so Timo Wenninger, Referent für Wohnraum des AStA. Ein WG-Zimmer kostet in Frankfurt im Schnitt 675 €. AStA und der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V. fordern daher seit Jahren eine gesetzlich geregelte automatische Anpassung der Bedarfssätze an Preise und Einkommen, ein elternunabhängiges BAföG sowie eine regionale Anpassung der Wohnkostenpauschale.
Deutliche Worte findet der AStA-Vorstand für den Kurs der Bundesregierung: „Was die Union veranstaltet, ist ein durchschaubares Theater auf dem Rücken Studierender. Erst eine Reform versprechen, dann Vorwände suchen, sie zu beerdigen. Damit muss Schluss sein. Wir fordern die sofortige und vollständige Umsetzung der Reform, Bedarfssätze mindestens auf Höhe der Armutsgefährdungsgrenze und die verbindliche Absicherung der Finanzierung im Bundeshaushalt. Bildung darf keine Frage des Geldbeutels der Eltern sein.“, so Safin Rahi weiter.
[1] https://www.forschung-und-lehre.de/lehre/drei-von-vier-stud…