„Sei ein Mann! Eine Kritik an Studentenverbindungen“ – Vortrag und Q&A mit Leon Enrique Montero
Am Montag, den 04. Mai 2026, lädt der AStA der Goethe-Universität zu einem Vortrag mit anschließendem Q&A mit Leon Enrique Montero in Café KOZ des Studierendenhasuses ein. Unter dem Titel „Sei ein Mann! Eine Kritik an Studentenverbindungen“ berichtet Montero von seiner Recherche zu Studentenverbindungen, Burschenschaften und extrem rechten Verbindungsmilieus.
Bereits 2022 war Leon Enrique Montero auf Einladung der Fachschaft Gesellschaftswissenschaften an der Goethe-Universität zu Gast. Nun kommt er im Sommersemester 2026 zurück ins Studierendenhaus, um über seine „Reise nach Germania“ zu sprechen: eine Recherche, die aus Neugier und politischem Interesse begann und zu einem intimen Einblick in eine weitgehend abgeschottete konservative Parallelgesellschaft wurde.
In seinem bei Suhrkamp angekündigten Buch „Reise nach Germania. Studentenverbindungen in Zeiten des Rechtsrucks“ beschreibt Montero, wie er als Erstsemester in Hannover auf ein Verbindungshaus zog und dort das korporierte Leben von innen kennenlernte. Die Verlagsbeschreibung macht deutlich, dass es dabei nicht nur um skurrile Rituale, Mensur, Bier und Traditionspflege geht, sondern auch um Gruppenzwang, Rassismus, Sexismus und rechte Ideologien hinter verschlossenen Türen.
Montero recherchierte über mehrere Jahre zu Studentenverbindungen und extrem rechten Burschenschaften. Der Suhrkamp Verlag beschreibt sein Buch als „intimes Portrait einer verschlossenen Parallelgesellschaft“ und als Beitrag zur Verbindungskritik in Zeiten eines gesellschaftlichen Rechtsrucks. Dabei geht es nicht allein um einzelne Verbindungen, sondern um die Frage, welche Weltbilder, Männlichkeitsvorstellungen und politischen Netzwerke sich in diesen Strukturen reproduzieren.
Gerade an Universitäten treten Verbindungen häufig mit harmloser Fassade auf: günstiger Wohnraum, Gemeinschaft, Tradition, akademische Netzwerke. Doch hinter dieser Fassade stehen oft autoritäre, nationalistische, sexistische und rassistische Vorstellungen von Gesellschaft. Dass solche Strukturen auch auf und um den Campus präsent sind, macht kritische Aufklärung notwendig. Als AStA sehen wir es als unsere Aufgabe, Studierende über diese Milieus zu informieren, Verharmlosungen entgegenzutreten und Räume für antifaschistische und emanzipatorische Bildungsarbeit zu schaffen.
Leon Enrique Montero bringt in seinem Vortrag eine Perspektive mit, die journalistische Recherche, eigene Erfahrung und politische Analyse verbindet. Als Fotograf, Autor und Journalist arbeitet er zu Protest, Rassismus und politischem Extremismus; laut Verlagsangaben hat er unter anderem für NDR, taz und t-online gearbeitet und gilt als Experte für Burschenschaften.
Im Anschluss an den Vortrag wird es Raum für Fragen und Diskussion geben.
Veranstaltungsdaten:
„Sei ein Mann! Eine Kritik an Studentenverbindungen“
Vortrag und Q&A mit Leon Enrique Montero
Montag, 04.05.2026
18:00 Uhr
Café KOZ, Studierendenhaus
Campus Bockenheim
Wir laden alle Studierenden und Interessierten herzlich ein. Kommt vorbei, hört zu, stellt Fragen und diskutiert mit uns über Studentenverbindungen, rechte Netzwerke, toxische Männlichkeit und die Frage, wie wir den Campus solidarisch und antifaschistisch gestalten können.
Wir behalten uns vor vom Hausrecht Gebrauch zu machen und Verbindungsstudenten in Couleur oder nach Störungen des Gebäudes zu verweisen.