QSL-Mittel: Uni gestalten statt nur hinnehmen
Studium und Lehre fallen nicht vom Himmel. Wie Seminare aussehen, welche Projekte möglich werden, welche Formate ausprobiert werden und welche Unterstützung Studierende im Uni-Alltag tatsächlich bekommen, ist immer auch eine Frage von Ressourcen, politischen Prioritäten und davon, ob Menschen sich einbringen. Genau deshalb lohnt es sich, die aktuellen Ausschreibungen für die zentralen QSL-Mittel Lehre ernst zu nehmen: Sie sind eine konkrete Möglichkeit, eigene Ideen nicht nur zu formulieren, sondern auch an der Goethe-Universität umzusetzen. Die Mittel dienen ausdrücklich der Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen und der Lehre. Gefördert werden dabei insbesondere innovative, interdisziplinäre und studentische Projekte.
Gerade in einer Universität, in der viele Missstände seit Jahren bekannt sind, reicht es nicht, auf Entscheidungen von oben zu warten. Wer Studium und Lehre verbessern will, muss Räume nutzen, in denen Gestaltung möglich ist. Die QSL-Mittel können dafür ein Hebel sein. Gefördert werden unter anderem studentische Lehr- und Lernprojekte, autonome Tutorien, Workshops, Vortragsreihen, Planspiele, infrastrukturelle Maßnahmen, Personalmittel und Sachmittel. Auch Projekte, die eine dauerhafte Verbesserung von Lehre und Studium anstoßen oder bestehende Strukturen sinnvoll erweitern, sind ausdrücklich erwünscht. Entscheidend ist, dass sie einen erkennbaren Beitrag zur Verbesserung der Studienbedingungen leisten.
In der ersten Ausschreibungsrunde 2026 liegt der Schwerpunkt auf „Nachhaltigkeit in Lehre & Studium“. Gleichzeitig werden auch thematisch ungebundene Mittel vergeben. Die Universität verbindet den Förderschwerpunkt mit dem Anspruch, Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung stärker in Lehr- und Lernformate zu integrieren. Förderfähig sind in diesem Rahmen etwa projekt- und problembasierte Lehrformate, inter- und transdisziplinäre Veranstaltungen, studentische Lehrprojekte, Workshops, Vortragsreihen oder Planspiele mit Nachhaltigkeitsbezug. Gerade für Studierende und Initiativen, die nicht nur über gesellschaftliche Transformation reden, sondern an der Uni konkrete Formate dafür schaffen wollen, eröffnet das reale Möglichkeiten.
Wichtig ist dabei: Auch Studierende können Anträge stellen. Die Ausschreibung richtet sich an Einrichtungen und Angehörige der Goethe-Universität; auf der Seite wird zudem ausdrücklich auf studentische Projekte und studentische Antragsteller*innen Bezug genommen. Für Fachschaftsräte gibt es außerdem ein eigenes reduziertes Antragsformular. Ihnen stehen auf Antrag jeweils bis zu 1.500 Euro für Einführungsveranstaltungen oder die Professionalisierung der Fachschaftsarbeit zur Verfügung.
Wer einen Antrag stellen will, sollte allerdings nicht bis zur letzten Minute warten. Die Antragsfrist endet am 1. April 2026, Rückfragen können noch bis 25. März 2026 beantwortet werden. Für die Antragstellung braucht es das passende Formular sowie Stellungnahmen der Fachschaft oder Institutsgruppe und der Studiendekan*in. Die Universität empfiehlt ausdrücklich, sich frühzeitig darum zu kümmern und etwa vier Wochen vor Fristende im Dekanat anzukündigen, dass ein Antrag geplant ist. Eingereicht werden die Unterlagen elektronisch über die:den Studiendekan:in an QSL-SLI [at] uni-frankfurt.de (QSL-SLI[at]uni-frankfurt[dot]de).
Für uns als AStA ist klar: Gute Lehre entsteht nicht durch Sonntagsreden über Partizipation, sondern dann, wenn Studierende die Möglichkeit haben, ihre Perspektiven, Erfahrungen und politischen Ansprüche tatsächlich in die Universität hineinzutragen. Die QSL-Mittel sind keine Lösung für die grundsätzlichen Probleme der Hochschulfinanzierung. Aber sie sind eine konkrete Möglichkeit, Ideen zu verwirklichen, Projekte anzuschieben und die Uni an den Stellen zu verändern, an denen Veränderung sonst oft blockiert wird. Wer also eine Idee hat, wie Studium und Lehre verbessert werden können, sollte diese Möglichkeit nutzen.
Bringt euch ein. Organisiert euch. Gestaltet die Uni mit.
Und wenn ihr Unterstützung braucht, um eure Projektidee zu sortieren oder den Antragsprozess besser zu überblicken, könnt ihr euch auch beim AStA melden.