Studierendenhaus wird erneut für wohnungslose Studierende geöffnet

Datum der Veröffentlichung:Dienstag 11.9.2018

In der Woche vom 08.-12. Oktober veranstaltet der AStA der Goethe-Universität auch dieses Jahr wieder das seit 2011 stattfindende Protestcamp für wohnungslose Studierende am Campus Bockenheim. Unter dem Namen „Mieten? Ja Wat Denn?!“ soll mit Indoor-Camping im Studierendenhaus und einer Reihe von thematischen Aktionen auf den immer größer werdenden Mangel an bezahlbaren Wohnraum für Studierende aufmerksam gemacht werden.

Ein Höhepunkt des vielseitigen Rahmenprogrammes wird eine Podiumsdiskussion zur Wohnraumproblematik mit verschiedenen Vertreter*innen der Zivilgesellschaft sein. Workshops, Vorträge, Barabende sowie Campusrundgänge sind ebenfalls vorgesehen.  „Studierenden im ersten Semester soll dadurch ein angenehmerer und zugleich überblicksstarker Einstieg in das Campusleben ermöglicht werden“, kündigt der Referent für Hochschulpolitik Jonathan Maaß an.

Laut der Wohnraumstatistik der Studierendenwerke gab es im vergangen Jahr lediglich für 6,97 Prozent der hessischen Studierenden öffentlich geförderte Studierendenwohnplätze. Über 4000 der geförderten Wohnplätze werden dabei nicht durch die Studierendenwerke bereitgestellt. „Die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum muss die zentrale Aufgabe von Studierendenwerken sein, doch dieser kommen sie nur unzureichend nach, obwohl sie einem sozialen Auftrag unterliegen. Mittlerweile drängen private Unternehmen in die Bereitstellung von Wohnheimen und treiben die Mieten noch weiter nach oben, damit muss endlich Schluss sein.“ so die AStA-Vorsitzende Kyra Beninga. „Vor allem Studierende leiden finanziell und sozial unter den extrem hohen Mieten und dem Mangel an geeignetem Wohnraum in der Stadt. Die Ursachen dafür liegen auch in der hessischen Landespolitik, wie der Verkauf des alten Polizeipräsidiums für über 212 Millionen Euro an einen privaten Investor zeigt. Statt bezahlbarem Wohnraum entstehen dort nun Luxuswohnungen“, resümiert Kyra Beninga.

„Da weder in der Landes- noch in der Bundespolitik etwas gegen die exorbitant steigenden Mietpreise getan wird, sehen wir die Notwendigkeit Mieten? Ja Wat Denn?! auch in diesem Jahr erneut zu organisieren“, erklärt Beninga die Motivation des AStA, die „langsam schon zur Tradition werdende Veranstaltung“ erneut auszurichten. Das Land Hessen habe zahlreiche potenzielle Instrumente, um auf den Wohnraummangel unter Studierenden zu reagieren. „So müsste es die Studierendenwerke stärker unterstützen, indem es vor allem die Zuschüsse an diese erhöhe, um wenigstens der gestiegenen Zahl von Studierenden endlich gerecht zu werden“, fordert der stellvertretende AStA-Vorsitzende Axel Nieslony. Studierende seien „in nahezu sämtlichen Angelegenheiten von der Neoliberalisierung betroffen.“ So steigt der Leistungsdruck, die Studienbedingungen verschlechtern sich stetig und bezahlbarer Wohnraum ist nicht vorhanden. Allein diese Faktoren führen dem AStA zufolge zu einem deutlichen Rückgang beim Lebensstandard und gesellschaftlicher Teilhabe. „Aber auch der aufgrund von unmöglichen Regelstudienzeiten und notwendig werdender Lohnarbeit resultierende Verlust an Freizeit verschärft den Rückgang politischen Engagements. Auf eben dieses Engagement sind wir aber weiterhin dringend angewiesen, um gegen derartige Probleme vorzugehen. Mit Mieten? Ja Wat Denn?! wollen wir darauf aufmerksam machen, dass es möglich ist diesen Teufelskreis zu durchbrechen“, bekräftigt Kyra Beninga.

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