Studienabbrüche wegen Corona verhindern

Datum der Veröffentlichung:Mittwoch 5.8.2020

An den Berliner Hochschulen haben dieses Semester 20 % mehr Studierende ihr Studium abgebrochen als im Vorjahr. [1] Auch an der Goethe-Uni wird in diesem Jahr die Zahl der Exmatrikulationen voraussichtlich ansteigen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die finanzielle Notlage, in der sich viele Studierende derzeit befinden.

Insbesondere Studierende, die ihren Job aufgrund von Corona verloren haben, sind auf Mittel aus Nothilfefonds angewiesen. Doch die Überbrückungshilfe des Bundes wurde nicht nur viel zu spät angestoßen. Sie entpuppt sich auch mehr und mehr als mangelhaft.

So sind die Vergabekriterien extrem: Weniger als 500 € dürfen auf dem Konto liegen, doch schon allein die Miete für ein WG-Zimmer liegt in Frankfurt im Schnitt bei 531 €. [2] Gleichzeitig müssen die Studierenden nachweisen, dass ihre Notlage durch Corona bedingt ist. Das ist ein Hohn für alle, die schon vor Corona kaum genug zum Leben hatten und nun keine Hilfe bekommen sollen. So verfügte auch vor Corona jede*r zehnte Studierende über weniger als 600 € im Monat. Kein Wunder also, dass die Überbrückungshilfe kaum jemanden erreicht.

Zudem erfolgt das Vergabeverfahren auf eine völlig intransparente und unfaire Art und Weise. Vielen Studierenden ist unklar, welche Unterlagen überhaupt eingereicht werden müssen. Und während manche Antragssteller*innen fehlende Unterlagen nachreichen können, werden andere Anträge teilweise noch vor Ablauf der Frist aufgrund fehlender Nachweise schlichtweg abgelehnt.

Darum fordern wir eine solidarische und transparente Vergabe von Finanzhilfen, die Studierende in Not wirklich erreichen! Bildung für alle statt Bildung für Reiche!

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