PM: Studentische Wohnungsnot – Wir brauchen eine Perspektive!

Datum der Veröffentlichung:Mittwoch 7.4.2021

Der AStA der Goethe Universität fordert erkennbaren politischen Willen in der Bekämpfung der Wohnungsnot unter Studierenden. Diese machen rund ein Zehntel der Frankfurter Stadtbevölkerung aus und so schmückt man sich gerne mit dem Titel „Universitätsstadt“. Nur die Studienbedingungen, allen voran die Frage bezahlbaren Wohnens, finden dabei kaum Beachtung.

„Studieren in Frankfurt ist in den vergangenen Jahren zunehmend zur sozialen Frage geworden. Heute beträgt die durchschnittliche Miete für ein WG-Zimmer in Frankfurt 450 Euro. Der im Bafög festgelegte Höchstsatz für Mietkosten ist hingegen mit lediglich 325 Euro angesetzt. Wer soll sich das leisten?“ fragt der Wohnraumreferent des AStA, Tim Hoppe. Studierende, die nicht von zuhause ausreichend finanziell unterstützt werden, können sich ein Studium in Frankfurt kaum mehr leisten. Immer häufiger und durch Corona verstärkt erfolgt der Studienabbruch aufgrund von Finanzierungsproblemen.

Die noch bezahlbaren Wohnheimplätze des Studentenwerks Frankfurt sind ebenfalls äußerst knapp. Üblicherweise stehen etwa 3000 Studierende auf der Warteliste für ein Zimmer. Auf über 80.000 Studierende im Rhein-Main-Gebiet kommen insgesamt nur etwa 3000 Wohnheimplätze. Zählt man etwa noch die kirchlichen Wohnheime hinzu, steht gerade mal für 7 Prozent der Studierenden ein Wohnheimzimmer zur Verfügung. Dies liegt weit hinter der bundesweiten Versorgungsquote von 10 Prozent. Frankfurt rangiert hier auf den allerletzten Plätzen.

Um zu klären, wie eine Verbesserung für Studierenden auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt zu erreichen sei, trafen sich die Wohnraumreferenten des AStA, Tim Hoppe und Niklas Lehrke, mit dem wohnungspolitischen Sprecher der Fraktion Die Linke im Römer, Eyup Yilmaz.

Dabei waren sich beide Seiten einig, die zukünftige Stadtregierung muss bei jeder Erschließung neuer Baugebiete studentischen Wohnraum konsequent mitdenken und dem Studentenwerk per festgelegter Quote im Baulandbeschluss Flächen zuweisen. „Studentisches Wohnen muss strukturell gefördert werden. Das Studentenwerk kann dies besser als jeder andere Bauträger realisieren“ sagt Niklas Lehrke, Mitglied der Grünen Hochschulgruppe.

„Wir brauchen für die Frankfurter Studierenden in den kommenden fünf Jahren 3000 weitere Wohnheimplätze, allein um die steigenden Studierendenzahlen zu kompensieren. Die Miete für einen Platz im Wohnheim darf dabei nicht mehr als 325 Euro betragen“ fordert Eyup Yilmaz. Von der künftigen Stadtregierung erwarten sich der AStA und Die Linke im Römer klare Zusagen.

„Die Grünen sind die Gewinner der Kommunalwahlen und Sie sind für ein ambitioniertes Wahlprogramm gewählt worden, gerade von vielen Studierenden. Jetzt geht es darum, eine progressive Koalition zu bilden, die anders als die Vorherige eindeutige Zielsetzungen zur Schaffung studentischen Wohnraums formuliert und auch umsetzt“ sagen Niklas Lehrke und Tim Hoppe.

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