PM: AStA kritisiert Zustand des zweiten Ausnahmesemesters

Datum der Veröffentlichung:Montag 8.2.2021

Die Situation vieler Studierender ist besorgniserregend. Luise Brunner und Paula Hirsch vom Referat für Studienbedingungen des AStA der Goethe Universität in Frankfurt bekommen die Auswirkungen der Pandemie auf die Studierendenschaft in besonderem Maße zu spüren. Sie sind häufig die ersten Ansprechpartnerinnen, wenn es zu Problemen kommt.

Paula Hirsch bemängelt: "Die finanzielle Situation von Studierenden ist schon ohne Pandemie prekär. Viele Studierenden haben Nebenjobs, beispielsweise in der Gastronomie, um sich das Studium zu finanzieren. Durch die Auswirkungen der Pandemie auf die befristeten Tätigkeiten haben viele ihre Jobs verloren und stehen nun vor dem Existenzminimum." Neben der finanziellen Situation steht die Mehrheit der Studierenden vor weiteren Problemen. Luise Brunner beschreibt: "Die psychische Belastung für Studierende ist seit dem Beginn der Corona-Pandemie um ein Vielfaches gewachsen: Der Mangel an Lernräumen und der fehlende Austausch mit Kommiliton*innen ziehen Schwierigkeiten bei der Selbstorganisation und Orientierungslosigkeit im Studium mit sich. Internetprobleme und fehlende technische Ausstattung verunmöglicht momentan vielen das Studium. Dazu kommen erhöhte Erwartungen. Unzähligen Beschwerden von Studierenden nach sind die Leistungsanforderungen in Lehrveranstaltungen um ein Vielfaches gestiegen. Unangemessen ist auch die Erwartung an Studierende, momentan Präsenzklausuren zu schreiben. Studierende, die Teil der Risikogruppe sind und/oder Kontakt zu Risikogruppen haben ebenso wie (internationale) Studierende, die sich momentan nicht in Frankfurt befinden (können), werden dadurch stark vernachlässigt. Wo bleibt die Rücksichtnahme gegenüber der erschwerten Situation für Studierende?“.

Daher fordert Paula Hirsch: „Das Präsidium der Goethe-Universität sollte sich gegen die unangemessen hohen Leistungsanforderungen an Studierende einsetzen und die regelmäßige Teilnahme an digitalen Seminaren auch für das nächste Semester aussetzen. Den Studierenden sollten mehr Lernräume mit technischer Ausstattung zur Verfügung gestellt werden. Außerdem muss jedem Studierenden die Möglichkeit geboten werden, Klausuren auch im Online-Format mitzuschreiben. Luise Brunner ergänzt die Forderung: „Die Landes- und Bundesregierung hat die prekäre Situation vieler Studierender ernst zu nehmen und sich dafür einzusetzen, dass die finanzielle Unterstützung maßgeblich erhöht wird. Dazu gehört auch die Verlängerung der Kindergeldbeiträge über das 25. Lebensjahr hinaus. Die Regelungen der Krankenkassenbeiträge für Studierende sollte ebenfalls angepasst werden. Die Möglichkeit familienversichert zu sein, beziehungsweise studentische Krankenkassenbeiträge zu zahlen sollte ebenfalls um mindestens ein Jahr über die bestehende Altersgrenze hinaus verlängert werden. Zudem fordern wir auch in den kommenden von der Pandemie betroffenen Semestern die Aussetzung der Regelstudienzeit und die damit einhergehende Verlängerung des Bafög-Anspruchs sowie Freiversuchsregelungen für Klausuren für alle Studiengänge, auch mit staatlicher oder kirchlicher Prüfung. Um die Planungssicherheit zu erhöhen sollte dies nicht erst zum Ende des Semesters entschieden werden. Wir zählen auf die Unterstützung der Landes- und Bundesregierung sowie unseres Präsidiums!“

Soziale Netzwerke