Call for Papers: “Verfasste Studierendenschaft”

Datum der Veröffentlichung:Mittwoch 18.11.2020

Die letzte Ausgabe der AStA Zeitung in diesem Jahr wird sich dem Thema “Verfasste Studierendenschaft” widmen. Im Grunde betrifft das Thema Alle die unsere Zeitung zugeschickt bekommen. Die Verfassten Studierendenschaften vertreten die Interessen aller Studierenden einer Universität gegenüber Hochschule, der Hochschulleitung und der Öffentlichkeit. Als offizielles politisches Organ der Studierenden stehen die Ausrichtung und die Mandatsfunktion der Verfassten Studierendenschaft im Zentrum unzähliger Debatten. In der letzten Zeit haben sich diese Diskussionen wieder verschärft: Dabei dreht es sich letztendlich immer um die Frage, was eigentlich Sinn und Zweck der Studierendenvertretungen sein sollte, und welchen Aufgaben sie sich widmen muss. Insbesondere liberale und reaktionäre Kräfte versuchen seit je her die politischen Handlungsspielräume der Studierendenschaft einzuschränken, indem sie auf das hochschulpolitische Mandat[1] derselbigen pochen. Die Vertretung der Studierenden solle sich bloß nicht mit den großen, drängenden gesellschaftlichen Fragen beschäftigen, am liebsten wäre es, ihre Politik würde gänzlich zwischen Mensapreisen und Sitzplatzmöglichkeiten aufgehen. Diese Haltung findet sich in aktuellen Auseinandersetzungen: Erst im August dieses Jahres stellte die FDP eine Anfrage im Landtag, in der sie die Rechtmäßigkeit eines Artikels in der AStA Zeitung, den sie wohl zu politisch empfand, infrage stellte.[2]

In diesem Sinne beteiligen sich die Verfassten Studierendenschaften also nicht nur an öffentlichen Debatten, sondern werden auch immer wieder selbst zum Gegenstand dieser. So können wir feststellen, dass die Hochschule, die Studierenden, ihre Belange und deshalb auch die Verfassten Studierendenschaften nicht im luftleeren Raum agieren, sondern unmittelbar in den gesellschaftlichen Konflikten involviert sind. Dass die Politik der Studierenden und ihre Lage nicht von allgemeinpolitischen Fragen zu trennen ist, lässt sich deshalb kaum bestreiten. Doch welche Rolle die Studierendenvertretungen, oder allgemeiner, die Studierenden in gesellschaftlichen Prozessen oder politischen Kämpfen spielen wird, bleibt unklar. Eure Beiträge können sich um diese Fragestellungen drehen oder auch über das Thema hinausgehen. Bitte achtet dabei darauf die Texte als Word-Datei einzuschicken und die Begrenzung von 8000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) einzuhalten. Beiträge könnt ihr bis zum 13.12. an zeitung [at] asta-frankfurt [dot] de schicken.

Viel Spaß beim Schreiben!

 

[1] Das Hochschulpolitische Mandat beschränkt das Mandat der Studierendenschaft auf hochschulpolitische Belange und Themen. Was genau unter dieses Mandat fällt, ist allerdings umstritten.

[2] Dabei ging es um den Artikel “Stop-Talking” in unserer Ausgabe “Populismus, Diskurs(e) & Meinungsfreiheit. Einen Kommentar dazu unsererseits findet ihr in der letzten Ausgabe “Corona & Außnahmeszustand”. Die Anfrage der FDP-Landtagsfraktion findet ihr hier: http://starweb.hessen.de/cache/DRS/20/8/03318.pdf  

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