Call For Papers: “Subkulturen”

Datum der Veröffentlichung:Mittwoch 29.9.2021

 

Call For Papers: “Subkulturen”

Punk, Hip-Hop, Hippies oder Bubble-Tea. Jede Generation hat ihre Subkultur. Was in Nischen entsteht, neu, unkommerziell und widerständig, ist schon 10 Jahre danach im Stadion zu hören oder als Partei zu wählen. Im Laufe der Zeit haben Gegenbewegungen die Koordinaten der Populärkultur immer wieder durcheinandergebracht. Sie haben neue Räume geschaffen und alte in Frage gestellt. Doch jede Subkultur, die erfolgreich war, hat sich selbst begraben. Der Kulturkritiker Mark Fisher hat es einmal so formuliert: “nothing runs better on MTV than a protest against MTV”1. Es hat sich gezeigt, dass gerade die lautesten und provokantesten Subkulturen am erfolgreichsten von der „Kulturindustrie“ zur Massenkultur transformiert werden können.

Trotz dieser scheinbaren Auswegs- und Zukunftslosigkeit von Subkultur, wollen wir uns in dieser Ausgabe mit ihr beschäftigen. Zum einen brauchen wir die Subkultur in unserem Alltag. In der prekären Situation von Studierenden entstehen sie oftmals aus Notwendigkeit. Wer sich kein Museumsticket leisten kann, der macht eben seine eigene Ausstellung. Zum anderen sind Subkulturen oft (aber nicht immer!) ein Versuch, der zersetzenden Kommodifizierung von Kunst und Kultur etwas entgegen zu setzten. Und in diesem Anspruch liegt ein Moment der Widerständigkeit, der das Ganze in Frage stellen kann. Subkulturen liegen nie außerhalb des Kapitalismus. Aber es kommt immer wieder vor, dass sie ihn für ganz kurze Zeit in Frage stellen.

Nun ist Frankfurt nicht gerade für seine „Underground-Culture“ bekannt. Wer sich einmal in Bornheim oder Bockenheim umgeschaut hat weiß, dass das stimmt. Jedoch ist die Geschichte der Frankfurter Subkulturen nicht unbedeutend. Ende der 60er Jahre haben Kunst-Kollektive der Student*innen-Bewegung neue Formen der Kunstproduktion ausprobiert, in den 90er Jahren galt Frankfurt als die geheime Clubhauptstadt. Was gibt es heute? Diese Frage wollen wir an euch richten. In der Ausgabe zum Thema Subkulturen könnt ihr sowohl kulturtheoretische Fragen abdecken, als auch aktuelle Subkulturen in Frankfurt und darüber hinaus besprechen. Bitte schickt uns eure Beiträge bis zum 01.11.21 an zeitung [at] asta-frankfurt [dot] de. Texte sollten die Zeichenbegrenzung von 10.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) nicht überschreiten und als Word-Datei eingereicht werden (Richtlinien für Artikel finden sich auf der AStA-Website). Gerne könnt ihr euch aber auch für andere Formate entscheiden.

 

Eure Redaktion

 

1 Mark Fisher (2009) Capitalist Realism: Is There No Alternative?

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