Bezahlbarer Wohnraum – nur noch Utopie? – Podiumsdiskussion

Datum der Veröffentlichung:Freitag 21.9.2018

Mittwoch, 10. Oktober 2018 im Café KoZ im Studierendenhaus in Bockenheim, 19 Uhr // Mieten? Ja Wat Denn?!

 

In Frankfurt fehlen mehr als 30.000 Wohnungen. Zusätzlich erreicht die Anzahl der Studierenden mit über 48.000 allein an der Goethe-Universität einen neuen Höchststand und ein Ende des Anstieges ist nicht in Sicht. Der Druck auf dem Wohnungsmarkt steigt weiter an und viele Studierende müssen aufs weit entfernte Umland ausweichen, da es vor dem Hintergrund der seit Jahren stark steigenden Mieten immer schwerer wird eine finanzierbare Bleibe in Stadtnähe zu finden. Das muss sich ändern!

Deshalb veranstaltet der AStA eine Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der Zivilgesellschaft bei der Strategien und Lösungsansätze für mehr bezahlbaren Wohnraum diskutiert werden. Dabei soll denjenigen Raum geben werden, die in Frankfurt seit Jahren für bezahlbare, alternative oder neue Wohnideen einstehen.

Es diskutieren:

Sebastian Schipper (Mietentscheid Frankfurt): Der Mietentscheid Frankfurt hat erkannt, dass die Wohnraumfrage die drängendste der aktuellen Zeit ist und legt sie deshalb wieder in Bürger*innenhand. In einem Bürgerbegehren soll 2019 ganz Frankfurt gemeinsam über die zukünftige Politik der ABG-Holding, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, entscheiden. Dafür hat der Mietentscheid drei Forderungen und eine frische Kampagne aufs politische Parkett geschmissen. Sebastian Schipper arbeitet am Institut für Humangeographie und hat dieses Jahr seine Habilitation an der Goethe Universität Frankfurt am Main zu dem Thema:

„Wohnen dem Markt entziehen?! Städtische soziale Bewegungen in Tel Aviv-Jaffa und Frankfurt am Main als Wegbereiter einer postneoliberalen Dekommodifizierung der Wohnraumversorgung“ verfasst.

Conny Petzold (Mieter helfen Mietern e.V): Conny Petzold (Mieter helfen Mietern e.V): Als rechtlich kompetenter Mieterschutzverein leistet Mieter helfen Mieter e.V engagierte Unterstützung für Mieter*innen und hilft beim Aufbau von Mieterinitiativen. Seit zwei Jahren bieten die auf Mietrechtsprobleme spezialisierten Jurist*innen in Kooperation mit dem AStA auch eine mietrechtliche Beratung für die Studierenden auf dem IG-Farben Campus an. Conny Petzold ist Humangeographin und seit 2017 wohnungspolitische Referentin von Mieter helfen Mietern e.V.

Holger Marcks (unterbau): Der Bewegungsforscher befasst sich unter anderem mit Organisationsformen sozialer Bewegungen und deren Mobilisierungsfähigkeit. Er ist selbst gewerkschaftlich aktiv, etwa in der Hochschulgewerkschaft unter_bau, und engagierter Mieter. Marcks wirbt insbesondere dafür, die Gewerkschaftsform auf die Mieter*innenbewegung zu übertragen, also Mieter*innengewerkschaften aufzubauen.

Birgit Kasper (Netzwerk gemeinschaftliches Wohnen): Netzwerk gemeinschaftliches Wohnen unterstützt die Realisierung von Wohnprojekten, die durch eigene Initiative entstehen und deren Struktur und Bestimmung die Bewohner*innen selbst planen. Mittlerweile betreut der Verein fast 80 gemeinschaftliche Wohninitiativen und Projekte. Dipl.-Ing. Birgit Kasper ist Stadtplanerin (AkH) und arbeitet in den Bereichen Stadtforschung und innovative Wohnformen. Sie hat das Netzwerk Wohnen Rhein-Main mitbegründet, leitet seit 2009 die Koordinations- und Beratungsstelle des Netzwerkes und ist seit 2013 Mitglied des Vorstands des Bundesverbands FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e.V.

 

Moderation/Input: Juri Ghofrani & Kyra Beninga (AStA-Frankfurt)

 

Ausblick: Tobias Schmitz (mietwahnsinn-demo): Tobias Schmitz vertritt das Bündnis #Mietenwahnsinn-Hessen, das am 20. Oktober eine hessenweite Mietendemo in Frankfurt veranstaltet. Um den Mietenwahnsinn zu stoppen, fordert das Bündnis unter anderem, dass der       Schutz            bestehender   Mietverhältnisse             gewährleistet und      Verdrängung   durch Modernisierung gestoppt wird. „Für alles andere als ein radikales Umdenken in der

Wohnungspolitik ist es längst viel zu spät!“ Wohnen ist ein Menschenrecht, dennoch gibt es in Deutschland kein verbrieftes Recht darauf, auch eine Wohnung zu haben. Bis zum Jahr 2040 fehlen in Hessen mehr als 500.000 Wohnungen. Bereits jetzt suchen 50.000 Menschen eine Sozialwohnung, während 2017 landesweit nur 582 Sozialwohnungen genehmigt wurden. 

 

Die Podiumsdiskussion findet im Rahmen der alljährlichen Aktionswoche "Mieten? Ja wat denn?" statt. Damit will der AStA einerseits wohnungslosen Studierenden während der Orientierungswoche einen Schlafplatz bieten und anderseits auf die untragbare Situation auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt aufmerksam machen.  

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