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Von den Nürnberger Prozessen bis heute – Braune Kontinuitäten in Deutschland

Dienstag 4.7.2017

Von den Nürnberger Prozessen bis heute – Braune Kontinuitäten in Deutschland

“It was as if I had peered into hell” äußerte Benjamin Ferencz in der Rolle des Chefanklägers zu den Nürnberger Einsatzgruppen-Prozessen. Die Barbarei der Shoah und die deutsche Kollektivschuld juristisch erfassen zu wollen, ist mit üblichen Kategorien des Rechts nicht möglich, sie liegen „Jenseits von Schuld und Sühne“ und doch war es notwendig zumindest einen minimalen Teil deutscher Täter*innen der Weltöffentlichkeit vorzuführen. Benjamin Ferencz wird in einer Videobotschaft über seine Erfahrungen und Herausforderungen in den Ermittlungen und Anklagen gegen Nazi-Verbrechen berichten. Dabei wird er darauf eingehen, wie die Nürnberger Prozesse entstanden, wie er rechtlich vorging und was für Einflüsse die Prozesse auf ihn und die deutsche Gesellschaft hatten. Anschließend soll im Rahmen einer Podiumsdiskussion neben einem kurzen Blick auf das Rechtssystem des Nationalsozialismus über die Kontinuitäten der NS- Justiz in der BRD diskutiert werden. Im Fokus stehen die Fragen, wie der deutsche Justizapparat mit Nazis durchsetzt war, wie wenig sich die deutsche Justiz und Rechtswissenschaft mit ihrer nationalsozialistischen Aufarbeitung bis heute auseinandersetzt und wie NS- Normen im deutschen Recht aus der Zeit des Nationalsozialismus fortwirken.

Referent_innen: Dagmar von Stralendorff und Gottfried Kößler

Moderation: arbeitskreis kritischer jurist_innen (Frankfurt)

Wann? Dienstag, 04.07.2017 – 18.00 Uhr c.t.

Wo? Hörsaalzentrum HZ 9, IG Farben Campus, Westend

 

Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft.

Die Veranstaltungsreihe 'Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft. Interdisziplinäre Perspektiven auf den Nationalsozialismus und seine Auswirkungen' widmet sich den Themen Aufarbeitung, Erinnerung und Gedenken des Nationalsozialismus sowie seinen Weiterwirkungen, sowie aktuelle Formen des Antisemitismus und Rassismus. Aus unterschiedlichen Forschungsrichtungen und Perspektiven werden Auseinandersetzungen mit historischen Erkenntnissen und gegenwärtigen Fragestellungen behandelt. Die Referent_innen arbeiten in den Disziplinen Erziehungswissenschaften, Sozialpsychologie, Rechtswissenschaften, Soziologie, Kunst und Historik und nähern sich der Thematik aus ihren spezifischen Blickwinkeln. Dabei werden praktische und theoretische Ansätze diskutiert und Einblicke in neue Forschungen gewährt. Gemeinsam soll vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen die Shoah und der Umgang mit dieser betrachtet werden, um deren Nachwirkungen bis heute zu verstehen, mögliche Auseinandersetzungen und Erinnerungsformen zu diskutieren und auch zukünftig zu gestalten. 

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