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Normalität und Massenmord. Ansätze zur Sozialpsychologie der NS-TäterInnenschaft

Donnerstag 11.5.2017

Normalität und Massenmord.

Ausgehend von der Frage Jürgen Links, ob „etwa schlechthin alles, auch der Tod, auch der Terror, auch das Grauen, auch der Genozid dadurch `normalisiert` erscheinen [kann], dass es (…) `normal` funktioniert“, soll der u.a. von Hannah Arendt hervorgehobenen Kluft zwischen der scheinbaren Banalität der nationalsozialistischen Täter und Täterinnen und der Monströsität ihrer Taten aus sozialpsychologischer und geschlechtertheoretischer Sicht nachgegangen werden. Das Hauptdefizit der aktuellen NS-TäterInnenforschung besteht in dem weitgehenden Fehlen einer systematischen Reflexion des Verhältnisses von „Normalität“ und „Pathologie“. Diese Kritik richtet sich aber nicht nur gegen eine inflationäre Verwendung des Normalitäts-Begriffs, sondern auch gegen die Gefahr eines ungeprüften Festhaltens an Begriffen der Psychopathologie. Mit beiden Zugängen lassen sich die komplexen „Produktionsregeln“ (Peter Brückner) und damit die Logik des nationalsozialistischen Genozids nicht erfassen. 
 

Referent: Prof. Dr. Rolf Pohl

Wann? Donnerstag, 11.05.2017 – 18.00 Uhr c.t.

Wo? Hörsaalzentrum HZ 13, IG Farben Campus, Westend

 

Vergangenheit.Gegenwart.Zukunkft

Die Veranstaltungsreihe Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft. Interdisziplinäre Perspektiven auf den Nationalsozialismus und seine Auswirkungen widmet sich den Themen Aufarbeitung, Erinnerung und Gedenken des Nationalsozialismus sowie seinen Weiterwirkungen, sowie aktuelle Formen des Antisemitismus und Rassismus. Aus unterschiedlichen Forschungsrichtungen und Perspektiven werden Auseinandersetzungen mit historischen Erkenntnissen und gegenwärtigen Fragestellungen behandelt. Die Referent_innen arbeiten in den Disziplinen Erziehungswissenschaften, Sozialpsychologie, Rechtswissenschaften, Soziologie, Kunst und Historik und nähern sich der Thematik aus ihren spezifischen Blickwinkeln. Dabei werden praktische und theoretische Ansätze diskutiert und Einblicke in neue Forschungen gewährt. Gemeinsam soll vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen die Shoah und der Umgang mit dieser betrachtet werden, um deren Nachwirkungen bis heute zu verstehen, mögliche Auseinandersetzungen und Erinnerungsformen zu diskutieren und auch zukünftig zu gestalten. 

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