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Gender- und sozialpsychologische Perspektiven auf den NSU-Komplex

Donnerstag 13.7.2017

Gender- und sozialpsychologische Perspektiven auf den NSU-Komplex

Nicht nur ist erklärungsbedürftig, dass der so genannte „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) fast 14 Jahre lang nicht enttarnt wurde und dadurch mindestens zehn Menschen ermorden, drei Sprengstoffanschläge verüben und 15 Banken überfallen konnte. Auch ist erklärungsbedürftig, dass nach seinem Öffentlichwerden im November 2011 das – nun auch mehrheitsgesellschaftlich anerkannte – Wissen um die rassistischen Hintergründe der Taten keine tiefgreifenden gesellschaftlichen Auseinandersetzungsprozesse mit Rassismus auslöste.

Wie dies beides zu erklären ist, ist das Thema dieses Vortrags. Dazu wird erstens der NSU-Komplex aus einer geschlechterreflektierenden Perspektive analysiert und in einem zweiten Schritt untersucht, ob und inwieweit historische Kontinuitäten im gesellschaftlichen Umgang mit Rassismus und nationalsozialistischer TäterInnenschaft nach 1945 zu verzeichnen sind.

Referentin: Charlie Kaufhold

Wann? Donnerstag, 13.07.2017 – 18.00 Uhr c.t.

Wo? Hörsaalzentrum HZ 13, IG Farben Campus, Westend

 

Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft.

Die Veranstaltungsreihe Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft. Interdisziplinäre Perspektiven auf den Nationalsozialismus und seine Auswirkungen widmet sich den Themen Aufarbeitung, Erinnerung und Gedenken des Nationalsozialismus sowie seinen Weiterwirkungen, sowie aktuelle Formen des Antisemitismus und Rassismus. Aus unterschiedlichen Forschungsrichtungen und Perspektiven werden Auseinandersetzungen mit historischen Erkenntnissen und gegenwärtigen Fragestellungen behandelt. Die Referent_innen arbeiten in den Disziplinen Erziehungswissenschaften, Sozialpsychologie, Rechtswissenschaften, Soziologie, Kunst und Historik und nähern sich der Thematik aus ihren spezifischen Blickwinkeln. Dabei werden praktische und theoretische Ansätze diskutiert und Einblicke in neue Forschungen gewährt. Gemeinsam soll vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen die Shoah und der Umgang mit dieser betrachtet werden, um deren Nachwirkungen bis heute zu verstehen, mögliche Auseinandersetzungen und Erinnerungsformen zu diskutieren und auch zukünftig zu gestalten. 

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