Pressemitteilung von academic experience Worldwide und dem Allgmeinen Studierendenausschuss (AStA)

Datum der Veröffentlichung:Dienstag 27.10.2015

Am 28.10. eröffnet die Goethe Universität offiziell ihr „Academic Welcome Program“, bei dem ca. 40 Geflüchtete Zugang zu universitären Veranstaltungen sowie Sprachkurse erhalten sollen. So können die Geflüchteten bei entsprechenden Deutsch- oder Englischkenntnissen und Hochschulqualifizierung an Seminaren und Vorlesungen vieler Fachbereiche teilnehmen. Diejenigen, die bisher nicht über die geforderten Sprachkenntnisse verfügen, können an Sprachkursen teilnehmen. aeWorldwide sowie der AStA begrüßen es, dass nun auch die Goethe Universität den Schritt macht, Geflüchteten einen Zugang zur Uni zu gewährleisten.

Bereits seit über eineinhalb Jahren macht sich aeWorldwide dafür stark, dass Geflüchtete auch in Frankfurt am Main Zugang zur Universität bekommen. Lange Zeit stieß der Verein dabei auf taube Ohren, umso mehr begrüßt aeWorldwide die jetzigen Entwicklungen, so Merle Becker. Die seit 2013 bestehende Organisation aeWorldwide wird das „Academic Welcome Program“ mit eigener Infrastruktur und Expertise unterstützen, aber auch kritisch begleiten. „Es geht nicht nur darum, sagen zu können, dass die Universität Frankfurt sich für Geflüchtete öffnet, sondern vor allem auch darum, dass die Menschen auch praktisch was davon haben.“, so Melusine Reimers.

Denn seitens der Uni bleibt es bisher bei einem eher symbolischen Zugang. Es können keine Credit Points erreicht werden und die Geflüchteten erhalten lediglich ein Teilnahmezertifikat am Ende des Semesters. Gleichzeitig ist dies nur ein Schritt um hochqualifizierte Geflüchtete zu fördern, Geflüchtete ohne entsprechende akademische Voraussetzungen wird dieser Zugang nicht ermöglicht.

Tim Wolff vom AStA ergänzt, dass das Projekt momentan noch unterfinanziert ist. So fehlt als sehr wesentlicher Punkt die Finanzierung von Fahrtickets, damit die Geflüchteten die Universität  überhaupt erreichen können. In Deutschland sind Geflüchtete meist weit außerhalb der Städte untergebracht und Nahverkehrstickets sind sehr teuer. Verhandlungen mit dem RMV haben bisher leiden keinen Erfolg gehabt. Zusätzlich müssen Gruppen wie aeWorldwide und der AStA auch noch
für den Zugang zur sozialen Infrastruktur sorgen.

Langfristig wünschen sich aeWorldwide und der AStA eine Inklusion von Geflüchteten in der Universität Frankfurt (inkl. Credit Points und ein erleichtertes Prozedere der Zeugnisanerkennung). Dazu gehört es auch, nun Universitätsangehörige zu sensibilisieren, um Diskriminierungen gegenüber Geflüchteten zu verhindern.

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