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Pressemitteilung: "Der Umzug der Universität Frankfurt ist ein Debakel"

Datum der Veröffentlichung:Sonntag 2.1.2000

20.12.2011: Der AStA der Universität Frankfurt kritisiert die Universitätsleitung und das Land Hessen scharf für die mangelhafte Umsetzung des Umzugs auf den I.G.-Farben-Campus Bis zum Herbst 2012 sollten die großen Fachbereiche Gesellschaftswissenschaften, Erziehungswissenschaften und Psychologie aus Bockenheim auf den I.G.-Farben-Campus umziehen, an dem neuen Gebäude wird schon seit geraumer Zeit gebaut. Nun wurde bekannt, dass sich der Umzug bis zum Februar 2013 aufgrund mangelnder finanzieller Mittel verzögern wird. "Der gesamte Umzug ist ein einziges Debakel und vollkommen unprofessionell von der Universität umgesetzt", meint Anja Engelhorn, Referentin für Sozialpolitik im AStA und schon seit langem Beobachterin des Umzugs aus studentischer Perspektive. "Der AStA und andere studentische Gruppen machen seit Jahren darauf aufmerksam, dass der Umzug im Westend vollkommen ins Leere läuft. Gebäude werden zu klein geplant und der Zeitplan verzögert sich jedes Jahr aufs neue. Für die Studierenden ist das keine hinnehmbare Situation." Der AStA kritisiert vor allem die falsche Einsetzung der finanziellen Mittel. "Die Universität verfügt eigentlich über große finanzielle Mittel", bemerkt Florian Muhs, Referent für Studienbedingungen. "Die Gelder fließen aber vor allem in Prestigeobjekte der Universität, einzelne Lehrstühle und in die Administration des Präsidiums. Angesichts der aktuellen Situation ist es unverständlich, wie die Gelder des Präsidiums um 400.000 Euro aufgestockt werden können. Die Transformation der Universität zur unternehmerischen Universität führt auch dazu, dass besonders viel Geld in die "Unternehmensleitung" investiert wird. Universitätspräsident Müller-Esterl hat hier an allen Ecken Fehlentscheidungen getroffen. Zudem spart das Land Hessen mit seinem unsozialen Hochschulpakt und der Schuldenbremse die Hochschulen kaputt." Dabei kommt es aus Sicht des AStA nicht nur auf die finanziellen Mittel an, sondern vor allem auf die inhaltliche Ausgestaltung des neuen Campus. "Der Umzug wirft viele Probleme auf. Immer noch weigert sich die Universität eine ernsthafte Geschichtsaufarbeitung des ehemaligen Nazi-Gebäudes anzugehen", kritisiert Maximilian Pichl, Referent für Studienbedingungen. "Auch studentische Freiräume werden auf dem neuen Campus repressiv verhindert. Der Campus-Service sorgt für die Entfernung studentischer Flyer, während die Universität mit ihrer Politik der weißen Wand weder studentische Cafès in den neuen Gebäuden erlaubt noch andere Formen studentischen Zusammenlebens ermöglicht. Dieser Campus ist der Ausdruck einer studienfeindlichen Bürokratie- und Imagepolitik der Universität."

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