Zweite NIKA-Konferenz am 18./19. Juni in Frankfurt am Main

Datum der Veröffentlichung:Donnerstag 16.6.2016

Die guten Nachrichten zuerst. Nach der ersten Aktionskonferenz im Januar in Frankfurt ging es direkt los: Den Auftakt der Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative“ (NIKA) bildete ein Aktionswochenende, an dem sich bundesweit zahlreiche Gruppen sowohl mit Aktionen aus dem  klassischen Antifarepertoire als auch mit kreativen Aktionen beteiligten. Sie fanden medial – gemessen an ihrem Aufwand – viel Beachtung. Bundesweit sind AfD-Büros zugeschraubt, -geklebt, verbarrikadiert und abgesperrt worden, vor die Bundeszentrale in Berlin wurde als Rücksendung der Schutt von einer abgebrannten, für Geflüchtete vorgesehenen Halle gekippt, inklusive Annahmebestätigung.

Die Proteste gegen den AfD-Parteitag in Stuttgart waren der vorläufige Höhepunkt der Aktionen gegen die AfD. Die Blockaden in den frühen Morgenstunden, an denen sich etwa 2000 Aktivist*innen beteiligten, führten zwar nur zu einer Verzögerung des Beginns des AfD-Parteitags um 1 Stunde, dafür war der Weg zum Tagungsort für viele AfDler ein Spießroutenlauf und es herrschte Chaos. Die Polizei begegnete dem Protest mit massiver Gewalt und Repression und dennoch demonstrierten am Nachmittag etwa 5000 Demonstrant*innen gegen die AfD und mehrere hundert im NIKA-Block mit vielen Maleranzügen, Schildern, Transpis und Schirmen auch gegen den grünen Abschottungskurs.

Um unser gemeinsames Vorgehen zu planen, laden der AstA der Uni Frankfurt und das „Nationalismus ist keine Alternative“ Bündnis Euch daher zur zweiten NIKA-Konferenz am 18./19. Juni nach Frankfurt am Main ein. Dieses Mal wollen wir uns zwei Tage lang Zeit für gemeinsame Diskussionen, die offene Auswertung der bisherigen Aktionen und die weitere Planung nehmen.
Schon jetzt steht fest: Der Sommer wird nicht langweilig. Auftakt für das zweite Standbein der Kampagne werden europaweite dezentrale Aktionstage gegen Abschottung vom 24.-26. Juni sein. Mitte Juli folgt dann das NoBorder Camp in Thessaloniki, gerade mal eine Autostunde von Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze entfernt. Auf dem Camp wird es in Theorie und Praxis darum gehen, Formen der konkreten Solidarität mit Geflüchteten zu entwickeln sowie die Akteure und Profiteure der Festung Europa anzugreifen. Außerdem könnten wir überlegen, die bundesweite Großdemo Anfang September von „Aufstehen gegen Rassismus“ und Blockupy für uns als radikale Linke die Gelegenheit, die Perspektive einer grenzübergreifenden Solidarität als Gegenentwurf zur Hetze der Rechten wie dem Zynismus der Neoliberalen deutlich zu machen, außerdem wollen wir uns Gedanken darüber machen wie wir unsere Ablehnung von Nationalismus und Patriotismus am 3. Oktober in Dresden deutlich machen können.

Wir, als AstA der Uni Frankfurt, laden mit zur NIKA Konferenz ein, weil wir finden, das in Anbetracht der zunehmenden rassistischen Übergriffe, den Wahlerfolgen der AfD und anderer rechten Parteien, gerade auch im Frankfuter Umland, den Taten des NSU und dem steigenden Alltagsrassismus sowie dem sich immer weiter verschärfenden strukturellen Rassismus, es wichtig  ist, diese gesellschaftliche Entwicklung aus einer emanzipatorischen Perspektive zu reflektieren und Strategien auf vielschichtigen Ebenen zu entwickeln, die es ermöglichen einen erneuten Rückfall in die Barbarei zu verhindern.

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