Zum Semesterbeginn wieder Wohnungsnot unter Studierenden

Datum der Veröffentlichung:Dienstag 4.10.2005

Nach Auskunft des Studentenwerks und der kirchlichen Wohnheimträger stehen zu Beginn des neuen Semesters bereits mehr als 700 Studierende auf den Wartelisten für einen Wohnheimplatz. Auch auf dem freien Wohnungsmarkt ist die Situation nicht besser. Laut einer Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln sind die Mieten für eine Studen-tenwohnung in Frankfurt mit durchschnittlich 325 Euro bundesweit noch vor Hamburg und München die höchsten.

Für den angespannten Markt an günstigem Wohnraum bedeutet der Beginn des Winterse-mester mit seiner großen Zahl an Studienanfängern regelmäßig den Kollaps. In diesem Jahr rechnet das Studentensekretariat der Uni Frankfurt mit erheblich mehr Neuimmatriku-lationen als im Wintersemester 04/05, in dem sich rund 5700 Studierende neu einschrie-ben. Erschwerend kommt hinzu, dass in vielen Fachbereichen neue Zulassungsverfahren eingeführt worden sind.

Studienplatzbewerber erfahren durch die neuen Regelungen nur sehr kurzfristig, an welchen Studienort sie gelangen und haben somit kaum Zeit zur Woh-nungssuche.

Als Reaktion auf den Mangel an Wohnungen hat der AStA der Johann Wolfgang Goethe-Universität gemeinsam mit dem Studentenwerk Frankfurt eine Plakataktion gestartet, mit der Vermieter aufgefordert werden, freien Wohnraum unter der Telefonnummer 069/79823050 dem Studentenwerk zu melden. Als Motiv werden auf den Plakaten Studie-rende zu sehen sein, die aus Mangel an anderem Wohnraum in einem Hasenstall oder einer Telefonzelle übernachten müssen.

AStA-Vorsitzender Abel Schumann betont die Bedeutung von günstigem Wohnraum: "Die Miete macht rund ein Drittel der Ausgaben von Studierenden aus. Bereits jetzt ist der ganz große Teil der Studierenden gezwungen zu arbeiten um sich den Lebensunterhalt zu ver-dienen. Jeder Euro der mehr an Miete gezahlt werden muss, bedeutet somit weniger Zeit, die für das Studium verwendet werden kann." Studienanfänger treffe der Mangel an Wohn-raum am härtesten, so Schumann weiter: "Studierende erfahren teilweise erst nachdem die Vorlesungen begonnen haben, in welcher Stadt sie studieren können. Dann innerhalb we-niger Tage eine Wohnung zu finden ist ein Ding der Unmöglichkeit."

Soziale Netzwerke