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"Wohnraum - denen - die drin wohnen!"

Datum der Veröffentlichung:Freitag 21.10.2011

Nach der gestrigen Räumung des besetzten Hauses in der Schumannstraße 60, hatten die Besetzer_innen zu einer Solidaritätsdemonstration aufgerufen. Diese zog heute ab ca. 19 Uhr vom Campus Bockenheim, über den Hauptbahnhof über den Willy Brandt-Platz, zurück zum Cafe Koz(Campus Bockenheim). Der AStA hatte sich nach der gewaltsamen Räumung mit den Besetzer_innen solidarisiert und zieht nach der Demonstration eine positive Bilanz:

"Innerhalb eines Tages 350 Teilnehmer_innen zu mobilisieren und mit so einer kraftvollen und entschlossen Demonstration zu laufen hat gezeigt: die Besetzer_innen und Studierenden lassen sich nicht einschüchtern. Auch der heutige Schlagstockeinsatz der Polizei am Messe-Gelände zu Beginn der Demo, hinderte die bestimmten, aber friedlichen Demonstrierenden nicht daran ihre Forderungen lautstark in die Innenstadt zu tragen", meint Maximilian Pichl, Referent für Studienbedingungen des AStA.

Die Besetzung der Schumannstraße 60 erfolgte aufgrund der massiven Wohnraumnot in Frankfurt. Es sollte dabei auf den Widerspruch zwischen Leerstand und Wohnraumnot hingewiesen werden. "Die Demonstration bekam viel Zuspruch von der Bevölkerung. In den letzten Wochen ist deutlich geworden, dass die Politik von Stadt und Land zu einer zugespitzten Situation geführt hat. Die positive Resonanz in den Medien auf die Besetzung macht deutlich, dass nur noch wenige Alternativen zu der ausschließlich an ökonomischen und neoliberalen Interessen ausgerichtete Stadtpolitik offen stehen. Heute wurde klar: wir bleiben hier und wir fordern Wohnraum für alle", so Hannes Ahbe, Referent für Kommunikation im AStA.

Aber nicht nur der Stadt- und Landespolitik lassen sich Fehler unterstellen, auch die Universität ist in den letzten Jahren wiederholt durch räumliche Fehlplanung aufgefallen: "Anstatt an Standortlogik orientierte Appelle an die Frankfurter Bürger_innen zu richten, sollte Herr Prof. Müller-Esterl lieber vor seiner eigenen Haustür aufräumen", meint Alexandra Colligs, Referentin für Politische Bildung im AStA. "Seit Jahren leerstehende Gebäude auf dem Campus Bockenheim wurden z.b. nicht dafür genutzt studentischen Wohnraum zu schaffen. Auch die Zukunft des mittlerweile verkauften Standort Bockenheim sehen wir schwarz. Hier soll statt bezahlbarem Wohnraum ein weiteres Prestigeprojekt der Frankfurter Stadtplanung entstehen", kritisiert die Referentin weiterhin.

Auch in den nächsten Tagen möchte der AStA die Besetzer_innen dabei unterstützen ihre Forderungen in die Medien zu tragen. Der AStA macht dem Hessischen Immobilienmanagement, welches die Räumung veranlasste, große Vorwürfe, die Situation nicht in einem Dialog diskutiert zu haben. Ab Sonntag findet sich auf der Webseite der Besetzer_innen ein Video, welches die Besetzung und Räumung dokumentiert.

Mehr Infos hierzu unter: [http://schlaflosinfrankfurt.blogsport.de]

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