Who is watching you?

Datum der Veröffentlichung:Sonntag 7.12.2008

Am vergangenen Freitag, den 28.11.08, war der AStA-Vorstand zu einem Gespräch mit dem Präsidenten der Universität geladen. Er stellte die Frage, wieso das House of Finance als Ort für die Besetzung gewählt wurde. Zugangsbeschränkungen und der scheiternde Kapitalismus könnten Gründe sein. Ein anderer Grund für die Wahl des House of Finance als Ort der Besetzung könnte die Überwachung des Gebäudes durch Kameras sein, glaubt man den Graffitis ("STOP CONTROL"). Auf gezielte Nachfragen, welchem Zweck die Kameras dienen, wer diese verwaltet und wer Zugriff auf die Aufzeichnungen hat, kam es zu einer erschreckenden Antwort: man weiß es nicht! "Es heißt, das Hessische Baumanagement sei dafür zuständig. Wir fordern Verantwortung in dieser Angelegenheit und bitten Herrn Steinberg um Stellungnahme, weshalb der Präsident der Universität darüber nicht in Kenntnis ist.", so Nadia Sergan, AStA-Vorsitzende. Um nun heraus zu finden, welchen Nutzen die Kameras letzten Endes haben, verlangt der AStA-Vorstand umgehend Antworten vom Hessischen Baumanagement. Zu den Ereignissen im Anschluss an die Vollversammlung am vergangenen Mittwoch erklärt Sergan weiter: "Kritisiert man die Mittel, die einige Studierende zum Ausdruck ihres Unmuts wählten, so sollte man auch wissen, was Auslöser diesen Unmuts ist." AStA-Vorsitzender Jonas Erkel dazu: "Ein kameraüberwachter Campus, eine neoliberale Umstrukturierung der Hochschulen in konkurrenzträchtige Ausbildungsstätten, eine Beschneidung demokratischer Strukturen durch Abbau von Mitbestimmungsrechten an der Hochschule, die Modularisierung von Studiengängen, selbst in solchen, deren Vergleichbarkeit nicht einmal Ziel sein kann - natürlich schlägt der Unmut in Protest um." Die Umzäunung des Campus einer "Bürgeruniversität" ist ebenfalls für viele Studierende und Bürger_innen unverständlich. Eine Kriminalisierung des studentischen Protests führt zu einer Ablenkung und Verzerrung der Umstände. Der AStA-Vorstand fordert das Präsidium auf, sich den Fragen der Studierenden zu stellen, indem er sich umgehend um Antworten bemüht.

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