Vollversammlung und Forderung nach fairer Vergütung der Medizin-Studierenden

Datum der Veröffentlichung:Freitag 5.4.2013

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, liebe Freunde!

Seit Generationen sind wir als PJler/innen in den vielen akademischen Lehr‐Krankenhäusern und der Universitätsklinik tätig, arbeiten hart und geben tagein und tagaus unser Bestes um die Arbeiten im Krankenhaus zu erledigen, die uns aufgetragen werden. Vom Blut abnehmen, Braunülen legen und Haken halten im Operationssaaal sind wir zudem für die Fleißarbeit auf Station zuständig, die für den klinischen Alltag unverzichtbar und für einen reibungslosen stationären Ablauf maßgeblich ist!

Wir erfüllen unsere Aufgaben mit größter Sorgsamkeit, mit besten Wissen und Gewissen und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum Wohlergehen der Patientinnen und Patienten, indem wir diese Tätigkeiten in Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten erfüllen.
Wir lernen praktisches und wir lernen nach der Arbeit in Eigenregie theoretisches Wissen und nutzen hierfür den Studientag um das darauffolgende Examen erfolgreich zu bestehen, was in dieser Form noch just für diejenigen gilt, die im August dieses Jahres ins PJ starten.

Für den Erfolg unseres Examens war es bisher immer eine unverzichtbare Voraussetzung und eine fundamentale Hilfe den Studientag zu haben, der für diejenigen erhalten bleibt, die ihr Examen nach der bisherigen Regelung am Ende des PJs schreiben. Und an diesem Ergebnis darf nicht mehr gerüttelt werden! Der Studientag muss für diejenigen erhalten bleiben, die ihr Examen nach dem PJ schreiben! Dafür haben wir das Wort von höchster Stelle an unserem Fachbereich!

Was wir nicht verstehen können und deshalb auch kritisieren, ist die Tatsache, dass sich unser Dekanat weigert, die Medizinstudierenden für diese doch so wertvolle Arbeit im PJ nicht fair vergüten zu wollen.
Die beiden anderen medizinischen Fachbereiche in Hessen, Gießen und Marburg, gewähren ihren PJler/innen zusätzlich zu einem Studientag bis zu 300 Euro im Monat als Aufwandsentschädigung. Das ist nicht viel, aber es ist ein Teil von Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit, die die PJ‐leistenden über einen so langen Zeitraum erbringen!

In kaum einen anderen Fachbereich leisten Studierende unentgeltlich Praktika, und schon gar nicht für ein ganzes Jahr! Wir absolvieren nicht nur viele Pflichtpraktika und Famulaturen im Laufe unseres langen Studiums, sondern auch ein Praktisches Jahr, ohne einen Cent zu sehen!
Wir arbeiten während des PJs bis zu oder mehr als 32 h in der Woche und sollen akzeptieren, dass wir für diese Zeit keine Entschädigung erwarten können!
Wir sollen es akzeptieren, weil es unser Dekanat so will! Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund uns Studierende nicht für diese Arbeit fair zu entschädigen!
Wir wollen das Praktische Jahr. Wir wollen in dieser für uns wertvollen und das Studium abschließenden Zeit vieles Lernen und ein Fundament für unsere spätere ärztliche Tätigkeit legen. Wir wollen den uns betreuenden Ärztinnen und Ärzten helfen und Verantwortung übernehmen! Aber es ist schwierig für uns sich voll und ganz auf unsere Ausbildung und Arbeit im PJ zu konzentrieren, wenn wir nebenbei noch arbeiten müssen, um unseren Lebensunterhalt – zumal in so einer teuren Großstadt wie Frankfurt es ist – zu verdienen. Wir fordern Gerechtigkeit und damit einhergehend eine angemessene Vergütung und Wertschätzung für unsere geleistete Arbeit!

Ich möchte im Folgenden einen 3‐Punkte‐Aktionsplan präsentieren, der unser weiteres Vorgehen skizzieren soll:

1) STUDENTISCHE VOLLVERSAMMLUNG

Wir brauchen ein gemeinsames Treffen, bei dem wir miteinander öffentlich das weitere Vorgehen besprechen. Welche Aktionen wollen wir durchführen? Wie machen wir medienwirksam auf diesen Missstand aufmerksam? Wie schaffen wir es, unserem Anliegen mit einer angemessenen Aktion – die auch mehrere Tage umfassen kann – endlich Gehör zu verleihen und dieser ungerechten Behandlung ein Ende zu bereiten? Termin für die Vollversammlung: 19.04.2013, 15:30 Uhr
Die Semesterabschlussklausur ist geschrieben, und hoffentlich auch die letzten OSCE‐ Prüfungen geschafft. Die PJler/innen sind mit ihrem Dienst fertig und wir können uns gemeinsam versammeln.
Zu diesem Treffen müssen wir versuchen, so viele Medizinstudierende einzuladen, wie es nur geht. Für unser weiteres Vorgehen müssen wir geschlossen auftreten und gemeinsam für unser Ziel auf eine angemessene Vergütung im PJ eintreten!
Hier geht es nicht nur um diejenigen, die im PJ stehen, im August dieses Jahres oder im nächsten Jahr starten, sondern es geht um etwas Grundsätzliches und betrifft alle Medizinstudierenden, die hier am Fachbereich studieren!

2) AKTIONSBÜNDNISSE

Wir haben Kontakt zu einem Anwalt von ver.di aufgenommen, der uns bzgl. des aktuellen rechtlichen Status der PJler/innen in Bezug auf ihre Tätigkeit zu beraten.
Genauso müssen wir versuchen weitere Partner für unsere Aktionen zu gewinnen! In den letzten Tagen hat sich der Marburger Bund genau wie der Hartmannbund ihre Unterstützung erklärt. Es gibt auch schon ein Aufhorchen in der Presse. Solche Unterstützung brauchen wir! Wir müssen gemeinsam dafür sorgen ein breites Aktionsbündnis aufzustellen, denn nur durch diese Unterstützung schaffen wir es unserem Anliegen Gehör zu verschaffen!

3) SOLIDARITÄT

Des Weiteren dürfen wir bis zu diesem Datum nicht stillschweigen!
Unser Protest muss weiter gehen! In einem kurzen Text werden wir jeden Medizinstudierenden, von der Vorklinik bis zum PJ, um seine Unterschrift bitten, womit er oder sie unsere Aktion für eine gerechte Vergütung währendes des PJs unterstützt. Kein/e Medizinstudierende/r soll an diesem Fachbereich je von sich behaupten können, er/sie habe nie von dieser Aktion gehört! Jede einzelne Unterschrift zählt!

Die Aufgaben in den kommenden Wochen dürfen nicht auf den Schultern einzelner gelegt werden! Jede und jeder Studierende am Fachbereich muss verstehen, dass wir niemals Erfolg haben werden wenn wir nicht gemeinschaftlich und mit einer breiten Basis für eine Vergütung streiten und protestieren!

Lasst uns endlich was gegen diesen Missstand an diesem Fachbereich tun, wo wir schon so vieles mitmachen mussten! Für unseren gemeinsamen Erfolg ist es sehr wichtig, dass wir solidarisch auftreten dass hier jüngere für ältere und ältere für jüngere Studierende eintreten!
Wenn wir nicht endlich unsere Stimme erheben und deutlich machen, dass uns eine Wertschätzung für unsere wertvolle Arbeit zusteht, dann ist niemand anderes verantwortlich als wir selbst!

Lass uns daher endlich gemeinsam Tatkraft an den Tag legen! 

Alle weiteren Infos auf www.gemeinsamelistemedizin.de

Die Facebook-Veranstaltungfindet ihr unter: https://www.facebook.com/events/157351897764379/?ref=22

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