Veranstaltungsreihe zu Männlichkeitsbilder, Gender und Rechtsextremismus und vieles mehr

Datum der Veröffentlichung:Mittwoch 27.3.2013

27.3., 19 Uhr, Frida, Frankfurt, Referierende von apabiz Berlin: "Autonome Nationalisten und Gender. Neonazismus in Bewegung?"

Geschlecht wurde in den letzten Jahren verstärkt Thema in der Rechtsextremismusforschung. Im Zentrum der Diskussionen standen sowohl traditionelle Männlich- und Weiblichkeiten, als auch deren Widersprüche und Modernisierungen. Mit dem Aufkommen der Autonomen Nationalisten hat dies eine neue Facette erhalten, schien deren Orientierung auf jugendkulturelle Erlebniswelten die Palette von Geschlechteridentitäten in der extremen Rechten erweitern zu können. Doch hält dies einer näheren Betrachtung stand? Oder verstecken sich hinter dem jugendlich-hippen Style ausschließlich alte Ideologien in neuen Klamotten?

3.4., 19:30 Uhr, Cafe Kurzschluss, Frankfurt, Referentin Juliane Lang vom Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus: "Die sanfte Seite? Mädchen und Frauen in der extremen Rechten."

Als „Straßenkämpferinnen und Schreibtischtäterinnen“, als aktive Parlamentarierinnen wie als treusorgende Mütter kämpfen extrem rechte Frauen heute in unterschiedlichen Rollen an der Seite ihrer männlichen Kameraden – und durchbrechen das Stereotyp des per se jugendlichen,
gewalttätigen, männlichen Neonazis.
In den letzten Jahren sind extrem rechte Frauen vermehrt in den Blick geraten: Dabei lenkte das Bekanntwerden des NSU den Blick zuletzt verstärkt auf den gewalttätigsten Teil der extremen Rechten. Unabhängig von einer noch zu klärenden Beteiligung der Neonazistin Zschäpe an der Ermordung von zehn Menschen kam ihr eine zentrale Rolle für das Funktionieren des Trios im Untergrund zu. In der öffentlichen Debatte hingegen dominierten lange Zeit Spekulationen über ihr Privat- und Beziehungsleben.
Die Veranstaltung wirft einen Blick auf das Wirken und die öffentliche Wahrnehmung von Frauen in unterschiedlichen Teilen der extremen Rechten: Wie und wo verorten sich Frauen dort? Welche Themen besetzen sie für sich? Welche Formen von Weiblichkeit und Mütterlichkeit werden propagiert und
gelebt? Und welche Geschlechterstereotype finden sind in der öffentlichen Auseinandersetzung mit ihnen wieder?

22.4., 17 Uhr, K2 im Studihaus Bockenheim, Frankfurt: Workshop Männlichkeitsbilder in der Antifa

Auch wenn viele Antifa-Gruppen sich Antisexismus auf die Fahne schreiben, ist es immer wieder notwendig, einen Blick auf die Geschlechterverhältnisse und vergeschlechtlichten Praxen innerhalb der eigenen Strukturen zu werfen. Vielerorts ist die Szene sehr männlich dominiert, und besonders in der Aufgabenverteilung spiegeln sich oft geschlechtliche Zuschreibungen wider. In dem Workshop soll diskutiert werden, in welchem Zusammenhang diese Dynamiken mit Männlichkeit als
sozial konstruierte Geschlechtsidentität stehen und zu welchen Ausschlüssen sowie szeneinternen Dominanz- und Machtverhältnissen diese führen.
Gerade mit dem Argument einer Dekonstruktion von Geschlecht werden Diskussionen über dieses Thema oftmals abgebügelt. Ziel des Workshops ist es nicht, Kategorien und Klischees zu reproduzieren und zu verfestigen, sondern gemeinsam zu schauen, wo verinnerlichte gesellschaftliche Herrschafts- und Ungleichheitsverhältnisse Handeln und Auftreten innerhalb „der Antifa-Szene“ beeinflussen und damit Ausschlüsse und Hürden produziert werden. Anspruch des Workshops ist, es nicht bei einer kritischen Analyse und Reflektion zu belassen, sondern darüber hinaus gemeinsam konkrete Ansatzpunkte für die gruppeninterne und alltägliche Praxis zu erarbeiten, um der Reproduktion vergeschlechtlichter
Ungleichheitsverhältnisse entgegenwirken zu können.

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