Universitätspräsident bringt Studiengebühren wieder ins Spiel - AStA fordert Distanzierung

Datum der Veröffentlichung:Montag 12.5.2014
 
Im Rahmen der Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Frankfurt bedauerte der Präsident der Goethe-Universität Werner Müller-Esterl während seines Vortrages das Verbot von Studiengebühren. Der Vertreter der Bundesregierung, Staatssekretär Dr. Georg Schütte, plädierte in eine ähnliche Richtung.
 
Trotz des mäßigen Abschneidens der Universität im Exzellenz-Wettbewerb erklärte der Präsident beim Neujahrsempfang, die Vision eines „Harvard am Main“ zu haben. Im Gespräch mit „Hr-online“ forderte er, dazu weniger prestige -und förderträchtige Studiengänge an die Fachhochschulen auszulagern. Nun befürwortet der Präsident in einem nächsten Schritt auch eine Finanzierung der Universitäten nach US-Vorbild.
 
Die Hochschulrektorenkonferenz nutzte Müller-Esterl zur Verbreitung seines elitären und exlusiven Wissenschaftsverständnisses, bei der er den Verlust der Promotionsprivilegs und das Verbot von Studiengebühren als zwei der Hauptprobleme an deutschen Universitäten ausmachte. Ihm schwebe das amerikanische Modell vor, bei dem die Universitäten ohne Limit selbst bestimmen können, wie viel die Studierenden zahlen müssen.
 
„Wir wollen keine elitäre und exklusive, sondern eine ausfinanzierte und demokratische Universität“ stellt Myrella Dorn, AStA-Vorstand, klar. „Der Staat ist verpflichtet, für gute Bildung und soziale Hochschulen zu sorgen. Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängen!“
 
Der AStA der Goethe-Universität fordert eine Distanzierung des Präsidenten von seinen Äußerungen. Außerdem müsse der Senat der Universität Stellung beziehen. „Wenn der Präsident glaubt, in seinen letzten Amtsmonaten einen Freifahrtschein für Provokationen zu haben, muss er vom Senat in die Schranken gewiesen werden.“ fordert Daniel Katzenmaier, AStA-Vorstand und studentischer Senator. Da die Amtszeit des Präsidenten bald endet, werde man das Thema nicht nur am 21.Mai auf die Tagesordnung des Senats setzen, sondern auch in der Berufungskommission für das Präsidium ansprechen.
 
Am Wochenende vor der HRK hatte der AStA der Universität die „Wohnraum-und Bildungsprotestkonferenz“ im Studierendenhaus veranstaltet. „Studierendenvertreter*innen aus dem ganzen Bundesgebiet haben sich jetzt vernetzt, um gemeinsam gegen Kürzungen im Bildungsbereich vorzugehen.“ berichtet Laurien Simon Wüst, Referent für Hochschulpolitik. „Wir fordern die Ausfinanzierung der Hochschulen durch den Staat. Wenn die Gegenseite jetzt wieder auf Studiengebühren setzt, werden wir entsprechend reagieren: Der Bildungsstreik 2014 kommt!“
 

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