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Universität stiehlt sich aus Verantwortung für IvI-Situation

Datum der Veröffentlichung:Dienstag 10.7.2012

Auf der heutigen Senatssitzung hat das Präsidium der Goethe-Universität erneut deutlich gemacht, dass es sich aus der Debatte rund um die Situation des Instituts für vergleichende Irrelevanz (IvI) im Kettenhofweg 130 heraushalten wird. Mit dem Verkauf des Gebäudes an die Franconofurt AG sei die Verantwortung sowohl für das Gebäude als auch für das Institut und seine Nutzer_innen an die Käuferin abgetreten worden. Das Präsidium sehe den Kaufvertrag für erfüllt an, obwohl dort festgehalten ist, dass sich die Käuferin bereit erklärt, den Nutzer_innen Mietverträge anzubieten.

"Wir sind weiterhin der Ansicht, dass das Präsidium für die aktuelle Situation des Instituts verantwortlich ist," meint Florian Muhs, Öffentlichkeitsreferent des AStA. "Es war das Präsidium der Goethe-Universität, das den Verkauf an den Investor Franconofurt geheim und ohne vorherige Diskussion mit dem IvI und der Studierendenschaft abgeschlossen hat. Für die von Präsidium und Franconofurt AG versprochenen Mietverträge sind bis heute keine Entwürfe zugegangen. Stattdessen wurden Türen ausgebaut, Strom und Wasser abgestellt und die sofortige Räumung des Gebäudes angeordnet."

Unterdessen wächst die Solidarität mit dem IvI immer weiter. Eine Solidaritätserklärung von Künstler_innen, Wissenschaftler_innen und weiteren Personen des öffentlichen Lebens wurde bisher von über 100 Personen erstunterzeichnet, darunter der Direktor des Instituts für Sozialforschung Axel Honneth, der Leiter des Frankfurter Kunstvereins Holger Kube-Ventura, der Frankfurter Pädagogikprofessor Micha Brumlik und die Philosophieprofessorin Juliane Rebentisch von der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach. Auch Alexander Kluge, der aktuell die Poetikvorlesungen an der Uni Frankfurt hält, unterstützt das IvI. Zudem wurde Unterstützung seitens der Römerfraktionen von SPD, Linkspartei, Ökolinx/ARL und ELF-Piraten zugesichert.

"Gerade die Tatsache, dass sich mittlerweile große Teile der Frankfurter Politik sowie des Kultur- und Wissenschaftsbetriebs für das IvI aussprechen, macht die offensive Ignoranz seitens des Uni-Präsidiums so unerträglich," erklärt AstA-Vorsitzender Daniel Katzenmaier. "Nach 8 ½ Jahren der Duldung muss sich die Universität positionieren, ob selbstverwaltete studentische Räume und freie, kritische Wissenschaft an der Uni einen Platz haben oder ob sie deren Verdrängung weiterhin unterstützen will."

Der AStA fordert weiterhin den Erhalt des IvI im Kettenhofweg 130.

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