Umfrage zu Studiengebühren

Datum der Veröffentlichung:Donnerstag 11.1.2007

Eine Umfrage der Friedrich Schiller Universität Jena ergab, dass die große Mehrheit der Studierenden allgemeine Studiengebühren ablehnt. Mehr als 80% der Befragten sind eher gegen oder explizit gegen Studiengebühren, weniger als 15% stimmten eher dafür oder dafür. Bei einem Betrag von 500 Euro würden 15% ihr Studium sofort abbrechen oder die Hochschule wechseln. Bei Gebühren von 1000 Euro würden über die Hälfte der Studierenden diesen Schritt wählen. "Die Umfrage der FSU Jena zeigt, wie stark Studiengebühren abgelehnt werden und zu welchen drastischen Veränderungen bei der Studienplanung sie führen würden. Eine Umfrage an der Johan Wolfgang Goethe Universität würde sicherlich zu ähnlichen Ergebnissen kommen," sagt Verena Vay, AStA-Referentin für Politische Bildung.

Die Einstellung weiblicher Studierender gegenüber Studiengebühren ist deutlich stärker ablehnend. Deutlich weniger ablehnend ist die Einstellung bei Akademikerkindern sowie bei Jura- und Wirtschaftswissenschaftsstudierenden. Die Wahrscheinlichkeit eines Studienabbruchs bei sofortiger Einführung von 500 Euro Studiengebühren hängt stark mit dem Bildungsabschluss der Eltern zusammen. Je niedriger der Bildungsabschluss des Vaters, desto wahrscheinlicher bricht der Studierende ab. "Hier zeigt sich deutlich, dass Studiengebühren den ohnehin bestehenden Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildung verstärken würden", kommentiert Vay.

Studiengebühren wirken sich auch negativ auf die Familienplanung der Studierenden aus. 68 Prozent der Studierenden, die planen, während des Studiums Mutter oder Vater zu werden, würden bei der Einführung von 500 Euro Studiengebühren ihre Pläne ändern und keine Kinder bekommen. 30 Prozent der Studierenden, die nach dem Studium Kinder bekommen wollen, würden bei der Einführung von 500 Euro Gebühren ihre Planung ändern und nach dem Studium keine Kinder bekommen. "Studiengebühren verstärken die ohnehin schon niedrige Geburtenrate bei Akademikern. Wer mehr Kinder von Studierenden fordert, sollte nicht Studiengebühren einführen, sondern zusätzliche Mittel zur Studienfinanzierung bereitstellen," so Vay abschließend.

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