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Tagung? Kunst Erkenntnis Problem?

Datum der Veröffentlichung:Freitag 27.4.2012

Die Tagung "Kunst Erkenntnis Problem" soll vom 22. bis 24. Juni in den Räumen des "Instituts für vergleichende Irrelevanz" (IvI) im Kettenhofweg 130 stattfinden. Thema der Tagung ist das Verhältnis von Kunst und gesellschaftlicher Emanzipation in der Gegenwart.

Es konnten zahlreiche kritische Wissenschaftlicher und Künstler, wie etwa die an der HfG Offenbach lehrende Professorin für Philosophie und Ästhetik Dr. Juliane Rebentisch und Robin Hoffmann, Komponist und Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der "Frankfurter Gesellschaft für Neue Musik", zur Teilnahme an der Tagung gewonnen werden. Organisiert wird sie von "Initiative zur Emanzipation der Kunst" (IEK). Die Gruppe ist ein Zusammenschluss von Studierenden der Goethe-Universität, der Städel-Schule und der HfG Offenbach, der sich vor etwa einem Jahr als Diskussionszusammenhang zu Themen einer gesellschaftskritischen Ästhetik konstituiert hat.

Das IvI ist nach Ansicht der Gruppe aufgrund seiner flexibel nutzbaren Räume, die noch dazu kostenlos zur Verfügung stünden und technisch bestens ausgestattet seien, der ideale Ort, um eine solche Tagung gelingen zu lassen. Es solle bei der Tagung nicht nur Theorievorträge und Diskussionen geben, wie sie sich leicht auch an anderen Orten abhalten ließen, sondern auch Kunstperformances und eine Ausstellung. "Diese konkrete Verbindung von Kunsttheorie und künstlerischer Praxis lässt sich unseres Erachtens kaum anderswo realisieren. Oder zumindest nur unter erheblich höherem Aufwand", meinte Paul Stephan, der Sprecher der Gruppe. Dem fügte er aber auch hinzu: "Es geht uns freilich nicht nur um die pragmatischen Vorzüge, die uns das IvI bietet, sondern auch um seine ideelle Bedeutung als Ort des praktizierten Widerstands gegen die herrschende Tendenz einer zunehmenden Ökonomisierung des gesamten sozialen Lebens. Eine Tendenz, die natürlich gerade auch die Kunst nicht unberührt lässt. Dennoch sehen wir in der Kunst und der Auseinandersetzung mit ihr widerständige Residuen, die es den Subjekten erlaubt, sich von der allgegenwärtigen Ökonomisierung zu distanzieren und eine andere Haltung zur Welt einzunehmen als von der Gesellschaft gewünscht. Das IvI und unsere Tagung verbindet also dieselbe theoretische und praktische Stoßrichtung, die wir in dieser Form an keinem anderen Ort in Frankfurt realisiert sehen." Den Verkauf des Gebäudes Kettenhofweg 130, ein ehemaliges Institutsgebäude, das von Studierenden 2003 besetzt wurde, an den privaten Investor Franconofurt AG durch die Universität, der Anfang März publik wurde, sehen die Organisatoren als weiteren Schritt in ein von Wirtschaftsinteressen dominiertes Frankfurt. Sorgen aufgrund einer drohenden Räumung oder Kappung der Strom- und Wasserversorgung machen sich die Organisatoren jedoch nicht, selbst wenn das Konzept der Tagung unzertrennlich mit dem IvI verbunden sei. "Wir vertrauen den einschlägigen, aus der Presse bekannten Verlautbarungen seitens des Präsidiums der Goethe-Uni und Franconofurt selbst zu diesem Thema. Es hieß darin unmissverständlich, dass seitens Franconofurt keine Eile bestehe, dass Gebäude zu räumen, und dass man an einem einvernehmlichen Ende der Besetzung interessiert sei. Wir denken, eine so eng mit der Stadt Frankfurt verbundene Firma wie die Franconofurt AG kann es sich kaum leisten, durch ein brutales, eskalatives Vorgehen einen Imageschaden zu erleiden", meinte Paul Stephan diesbezüglich.

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