Studiengebührenboykott an der Uni Frankfurt läuft an.

Datum der Veröffentlichung:Freitag 20.7.2007

Wie der Arbeitskreis Boykott mitteilte, wurde von der Rechtsanwältin Eva Jochim ein Treuhandkonto eingerichtet, auf das bis Ende August mindestens 6000 Studierende ihre Studiengebühr eingezahlt haben müssen, ansonsten würde das Geld an die Uni weitergeleitet. Die ersten Zahlungen seien bereits eingegangen, obwohl die Universitätsverwaltung bisher noch keine Gebührenbescheide verschickt habe. Eine rechtsverbindliche Zahlungsaufforderung seitens der Hochschule fehle somit bisher.

Katharina Rhein vom AK-Boykott bezeichnete die Stimmung an der Uni als positiv. Zwar hätten viele Studierende noch Fragen, was aber ihr großes Interesse zeige. Andere wiederum seien bereits vom Boykott überzeugt: "Viele Studis wollen gar kein Infomaterial mehr haben, weil sie sich schon für die Teilnahme entschieden haben." Um die vielen Fragen zu beantworten, haben an allen Campi diverse Infoveranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Fachschaften stattgefunden.

Auf der eigens eingerichteten Homepage www.boykott-hessen.de sind aktuelle Informationen abrufbar - zusätzlich finden wöchentliche Sprechstunden statt.

Neben dem AStA und den bisherigen Bündnispartnern haben inzwischen auch verschiedene Fachbereichsräte - in denen vor allem ProfessorInnen vertreten sind - mit Resolutionen ihre Solidarität mit den Boykottierenden erklärt. Sie fordern darin die Hochschulleitung explizit auf, von Zwangsexmatrikulationen abzusehen.

Für die Studierenden sei die Teilnahme am Boykott aber zunächst vollkommen risikolos, weil die Exmatrikulation frühestens nach einer schriftlichen Mahnung erfolgen könne, so Rhein weiter.

Die frühzeitigen Exmatrikulationsdrohungen von Wissenschaftsminister Udo Corts und der Hochschulleitung zeugten lediglich von deren Argumentationsnot. "So wird versucht, uns schon im Vorfeld einzuschüchtern. Aber nicht mit mir!", entrüstet sich ein Student.

Offenbar bestünden auch auf Seiten der Landesregierung ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Studienbeitragsgesetzes. Dies zeige eine Anweisung des Wissenschaftsministeriums an die hessischen Hochschulpräsidien, die Studiengebühren im Hinblick auf die Verfassungsklage nur vorläufig zu erheben.

Im Zusammenhang mit der Boykottkampagne findet am Freitag den 20.7 gemeinsam mit der Fachhochschule eine Demonstration in Frankfurt statt. Beginnen soll sie um 14.00 mit einer Auftaktkundgebung am Paulsplatz.

Soziale Netzwerke