Pressemitteilung: Studierendenvertreter kritisieren Stadtentwicklung

Datum der Veröffentlichung:Dienstag 1.4.2014

Studierendenvertreter begrüßen Verkauf Philocophicum an Projektgruppe, kritisieren zugleich allgemeine Entwicklung beim Campus Bockenheim und der Stadt

AStA und verschiedene Initiativen rufen für den 3. April zur Demo „Campus für alle. Stadt für alle.“ auf

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Goethe-Universität Frankfurt am Main begrüßt den Verkauf des Philosophicums an das soziale Wohnmodell „Projektgruppe Philosophicum“ und damit die Nutzung für sozialen Wohnungsbau, Kita und ein Archiv. Daniel Katzenmaier, AStA-Vorsitzender erklärt dazu: „Wir freuen uns, dass der öffentliche Druck Wirkung zeigt und das Philosophicum ein soziales Wohnmodell mit bezahlbaren Wohnraum und Kulturort wird. Gleichzeitig ist diese Entscheidung für uns nur ein erster Schritt von vielen für ein Sozial- und Kulturprojekt Bockenheimer Campus. Der Kampf geht für uns jetzt erst los.“

Offen bleibt immer noch die Nutzung des weiteren Areals Bockenheimer Campus mit Studierendenhaus und Studentenwohnheimen. Nach bisherigen Plänen soll das Gelände an einen privaten Investor und damit hochpreisigen Wohnungsbau fallen. „Das bedeutet nicht nur den Wegfall der gesamten studentischen Kultur in Bockenheim, sondern bedeutet zudem noch den Abriss von zwei Studentenwohnheimen. Hunderte Wohnheimplätze der beiden günstigsten Studentenwohnheime Frankfurts würden mit einem Schlag wegfallen. Dieser Zustand ist für eine Universitätsstadt Frankfurt untragbar und entleert die Innenstadt zunehmend von Studierenden und alternativer Kultur“, kritisiert Laurien Simon Wüst, Öffentlichkeitsreferent im AStA.

Die Auseinandersetzung um Bockenheim darf nach Auffassung der Studierendenvertreter aber nicht von der grundsätzlichen Stadtentwicklung ablenken. „Bockenheim ist nur ein Beispiel der momentanen Auseinandersetzung um gemeinsames Leben in der Stadt. Für uns ist der Kampf um den Bockenheimer Campus ein allgemeiner Kampf für eine Stadt für alle. Steigende Mieten, neue Luxusbauten und fehlender sozialer Wohnungsbau drängen die ursprüngliche Bevölkerung der Stadtteile immer stärker an den Stadtrand Frankfurts. Deshalb werden wir am 3. April unter dem Motto „Campus für alle. Stadt für alle.“ bei unserer Demo mit verschiedenen Initiativen deutlich machen, dass wir eine Wohnraumpolitik fordern, bei der es nicht um die Interessen des Marktes, sondern die der hier lebenden Menschen geht. Wir wollen nicht, dass in ein paar Jahren Studis, Azubis und Alleinerziehende nicht mehr Teil des Frankfurter Stadtbilds sind. Die Entscheidung über das Philosophicum hat uns als Studierendenverteter gezeigt, dass öffentliche Kämpfe wirken und es nun weiter für einen Campus, ein Bockenheim und eine Stadt für alle geht“, betont Katzenmaier abschließend.

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