PM: Mietraumproblematik – keine nachhaltige Lösung in Sicht

Datum der Veröffentlichung:Mittwoch 28.11.2012

Der AStA der Universität Frankfurt kritisiert die Herangehensweise und den sichtlichen Unwillen der Politik in Berlin die Wohnraumproblematik von Studierenden angemessen zu verhandeln. Das seit Jahren existierende Problem der Wohnraumnot und der unverhältnismäßig teuren Mieten in großen Städten findet so erneut nicht zu einer ernst zu nehmenden, politischen Lösung.

Dass es zu wenig Wohnraum für Studierende gibt, stellte nun auch die Politik in Berlin fest und lud zu einem runden Tisch ein. „Ramsauer versucht vom eigentlichen Problem abzulenken und täuscht Bemühungen vor, um so dem drohenden Unmut der Studierenden und weiter Teile der Stadtbevölkerung den Wind aus den Segeln zu nehmen“, stellt Engelhorn, Referentin für Sozialpolitik fest. Vorschläge wie die Nutzung alter Bundeswehr-Kasernen für Studierende können nicht von dem Grundproblem der seit Jahren stetig zunehmenden Unterfinanzierung des Studentenwerks in Bezug auf Wohnungsbau für Studierende und die fatale unsoziale Politik in großen Städten hinwegtäuschen. Fest steht: die Verantwortlichen haben selbst zugegeben, dass sie keine ausreichende Lösung des Problems sehen und so wird es auch in Zukunft nicht ausreichend Wohnheimplätze für Studierende geben. Diese werden demnach weiterhin Teil des Konkurrenzkampfs auf dem 'freien' Wohnungsmarkt sein und die Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum, nicht nur für Studierende, in den Städten bleibt weiterhin unbeantwortet.
 
Der mangelnde Wohnraum in Städten wie Frankfurt ist kein neues Phänomen, sondern ein stadtpolitischer Prozess, der sich an marktwirtschaftlichen Interessen einzelner orientiert und zum Problem vieler mutiert. „Wir sind mehr als 50.000 Studierende in Frankfurt. Weniger als 4000 Wohnheimplätze reichen daher nicht aus, zumal diese zum Teil mit Mieten über 400 Euro monatlich für die meisten Studierenden auch nicht finanzierbar sind.“ Erklärt Katzenmaier, AStA Vorstand. „Ich gehe davon aus, dass sich diese Situation in absehbarer Zeit auch nicht ändern wird“, wo Katzenmaier weiter.
 
Bereits zu Semesterbeginn hat der AStA der Universität Frankfurt, wie viele andere ASten Bundesweit auch, wiederholt auf das Problem des knappen und überteuerten Wohnraums in Frankfurt aufmerksam gemacht. Mit einer Notlösung für Studierende ohne Wohnraum zu Semesterstart,wurde das zweite Jahr in Folge das Studierendenhaus kurzerhand zu einem Kurzzeitwohnheim. Eine Woche konnten Studierende von dort aus ihre Seminare besuchen sowie auf die Wohnungssuche gehen und gleichzeitig für das Thema sensibilisiert werden. Engelhorn führt weiter aus: „Das AStA-Indoor-Camp wurde von einem Bündnis aus verschiedenen studentischen und bürgerlichen Initiativen mitgestaltet, um so die Wohnraumsituation der Studierenden in den allgemeinen stadtpolitischen Kontext zu setzen.“
 
Die Bewohner_innen Frankfurts und anderer großer Städte stehen somit einem hausgemachten und durch die Politik beförderten Problem der Verdrängung aus den Städten gegenüber. Künstliche Verknappung des Wohnraums, stetig steigende Mietpreise parallel mit Nebenkostenerhöhungen, Preiserhöhungen im Nahverkehrbereich, Aufwertungen einzelner Stadtteile und der rigorose Umgang mit selbstverwaltetem Wohn- und Freiraum sind Symptome einer Politik, die der AStA so nicht akzeptieren will. „Diese soziale Schieflage ist nur politisch zu lösen, ob von unten oder von oben. Aber solange sich oben nichts tut, zeigt sich der AStA der Universität Frankfurt weiterhin solidarisch mit Initiativen, die das Problem von unten angehen“, stellt Engelhorn abschließend fest.
 
Für bezahlbaren Wohnraum und selbstverwaltete Strukturen!
 

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