PM der Fachschaft Medizin: Kundgebung für ein gerechtes Praktisches Jahr am Medizinischen Fakultätentag (MFT) in Frankfurt

Datum der Veröffentlichung:Dienstag 17.6.2014

Kundgebung für ein gerechtes Praktisches Jahr am Medizinischen Fakultätentag (MFT) in Frankfurt

 

Seit dem 01.04.2013 dürfen Medizinstudierende im Praktischen Jahr (PJ) laut Ärztlicher Approbationsordnung eine monatliche Aufwandsentschädigung von bis zu 597 Euro erhalten. Nach vielen Protestaktionen der Medizinstudierenden in Frankfurt mit Vollversammlungen und Demonstration durch die Frankfurter Innenstadt im Frühling 2013, gab der Dekan Prof. Pfeilschifter seine Blockadehaltung endlich auf: Auf einem Treffen der Lehrkliniken im Januar 2014 setzte der Dekan eine einheitliche Aufwandsentschädigung von 300 Euro fest und beschloss im Gegenzug die Abschaffung der wöchentlichen Selbstlernzeit von 8 Stunden ohne die bis jetzt geltende Studienordnung für das PJ dahingehend zu ändern.


 

„Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten in Frankfurt sind die 300 Euro Aufwandsentschädigung meist nicht einmal ausreichend für die Miete.“, gibt Stefanie Minkley, PJ-Studentin und langjähriges Fachschaftsmitglied, zu Bedenken. „Die Abschaffung der Selbstlernzeit in Form des Studientages führt außerdem dazu, dass Studierende die im Klinikalltag erlebten Fälle nicht mehr vor- und nacharbeiten können und sie somit zu reinen Arbeitskräften missbraucht werden.“

 

Die Fachschaft Medizin fordert, dass die Lehre, die laut Approbationsordnung, Studienordnung und neu eingeführter PJ-Logbücher im PJ verpflichtend ist, auch umgesetzt wird. PJ-Studierende dürfen nicht nur zum Blutabnehmen und Hakenhalten missbraucht werden, sondern müssen eine medizinisch-praktische Ausbildung in ärztlichen Tätigkeiten im Krankenhaus erhalten! Die Lehre, die Ärztinnen und Ärzte in Lehrkliniken neben dem Klinikalltag leisten, muss ebenso entsprechend vergütet werden. „Gute Lehre gibt es nicht zum Nulltarif – das Land muss dafür sorgen, dass auch die praktische Ausbildung der zukünftigen Ärztinnen und Ärzte sichergestellt ist.“, so unsere Forderung an den Staatssekretär im hessischen Wissenschaftsministerium Ingmar Jung, der ebenfalls am MFT teilnehmen wird.

Die AStA-Vorsitzende Myrella Dorn weist auf die desolate Finanzierungslage der Hochschulen in Hessen und speziell der Unikliniken hin: „Die Landesregierung kann sich nicht länger aus der Verantwortung ziehen ihre zukünftigen Ärztinnen und Ärzte gut auszubilden und die Lehrkrankenhäuser ausreichend auszufinanzieren.“

 

Die Frankfurter Medizinstudierende sind vor allem darüber enttäuscht, wie intransparent und undemokratisch die Entscheidung über die PJ-Bedingungen gefallen ist. Auf der Sitzung der Lehrkliniken wurden studentische Vertreterinnen und Vertreter des Raumes verwiesen und die aktuellen PJ-Studierenden haben erst Tage vor PJ-Beginn Informationen über die Aufwandsentschädigung erhalten. Die Abschaffung der Selbstlernzeit in Form des Studientages wurde nur intern kommuniziert. Der Studientag ist bis heute in der aktuell gültigen Studienordnung festgeschrieben, doch Prof. Pfeilschifter, der bis letztes Jahr nicht einmal von dessen Existenz wusste, will die Selbstlernzeit nun komplett abschaffen.

 

Die Fachschaft Medizin ruft deshalb gemeinsam mit dem AStA der GU Frankfurt, dem Hartmannbund und Marburger Bund am 19.06. um 13 Uhr zur Kundgebung für ein faires PJ anlässlich des medizinischen Fakultätentages am Unicampus Westend auf. Wir fordern den Höchstsatz von 597 Euro als Existenzsicherung für PJ-Studierende, eine Beibehaltung der Selbstlernzeit im PJ und die Sicherstellung qualitativ guter Lehre an den Lehrkliniken!

 
 Weitere Informationen:

www.gemeinsamelistemedizin.de

Programm des MFT: http://www.mft-online.de/files/omft_programm_frankfurt.pdf

 
 

Weitere Aktionen:

Eine von der Fachschaft Medizin eingerichtete Onlinepetition mit den Forderungen der Studierenden erreichte knapp 3300 Unterstützer: http://www.change.org/fairesPJ

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