PM: Ehemalige Professoren-Villa besetzt

Datum der Veröffentlichung:Samstag 15.3.2014

*UPDATE: Gerade befinden sich mehre Polizeiwagen auf dem Weg*

Am Samstag den 15.03. wurde ein ehemaliges Universitätsgebäude in der Georg-Voigt-Straße 10 besetzt. Diese Besetzung reiht sich ein in eine lange Liste von Besetzungen, die seit 2011 kontinuierlich stattfinden.

„In den vergangenen Jahren sind die Mietpreise kontinuierlich gestiegen. Die Studierenden müssen immer mehr Zeit mit Arbeit verbringen, um genug Geld zu verdienen“, meint Giorgio Nasseh, AstA-Vorsitzender der Universität Frankfurt, „Dazu kommt ein Studium, das sich auch immer mehr wie Arbeit anfühlt und wenig Platz zum Denken lässt.“

Die sogenannten „Professoren-Villen“ waren in letzter Zeit häufiger Thema in den Zeitungen.

Joachim Brenner vom „Förderverein Roma“ hatte gefordert, die leer stehenden Gebäude in Wohnraum für wohnungslose Roma um zubauen, so würde insgesamt Platz für 80 Personen geschaffen. Die ABG hat andere Pläne, sie will „eher teures Wohnen“ wie Junker in der Frankfurter Rundschau vom 6. Februar diesen Jahres verlauten ließ.

„Wir sehen darin eine klare Entscheidung zu Lasten derer, die dringend Wohnraum benötigen und ihn an anderer Stelle nicht bekommen“, stellt Jens Laufer, Referent für Kommunikation, fest.

Dafür rühren ABG Holding, die Stadt Frankfurt und weitere Institutionen im Rahmen des „Kulturcampus“ schon fleißig die Werbetrommel. Etablierte Institutionen aus dem Kulturbereich sollen hier zusammengeführt werden, wie es auf der Homepage des Kulturcampus heißt: „ein langfristiges Projekt der Stadt Frankfurt zur strategischen Stadtentwicklung im globalen Wettbewerb“.

Der Rohbau am Depot ist ein Teil dieses Projekts. Hier entstehen 193 Wohnungen, von denen 79 bereits verkauft sind. Lediglich 38 sollen sozial geförderter Wohnraum werden.

„Herr Feldmann mag davon sprechen, dass dort „die Krankenschwester genauso wie der Chefarzt wohnen könne“, wir empfinden das bei einem Mietpreis von 12,50 €/qm als Farce“: stellt David Wedmann Referent für Hochschulpolitik fest.

„Schon seit mehreren Jahren macht der AStA auf die problematische Wohnraumsituation und die neoliberale Umstrukturierung des Hochschul- & Kulturbetriebs aufmerksam“, so Daniel Katzenmaier, Vorsitzender des AStA, „seit 2012 findet am Anfang jedes Wintersemesters die Aktionswoche 'Mieten? Ja wat denn?' statt, die notdürftig Studierende vor der Wohnungslosigkeit schützt. Damit reagieren wir auf die katastrophale Wohnraumsituation in Frankfurt , was Stadtpolitik und Uni-Leitung jedes Jahr aufs Neue versäumen. Wir können sehr gut verstehen warum diese jungen Menschen heute selbstständig tätig wurden und unterstützen sie in ihrem Vorhaben ein Kulturzentrum mit Wohnraum zu eröffnen. Gerade an einem selbsternannten Kulturcampus wäre ein solcher Ort wünschenswert. Wir wünschen ihnen viel Glück.“

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