Perspektive Deutschland: Mehrheit gegen Studiengebühren

Datum der Veröffentlichung:Freitag 28.4.2006

Gestern wurden die Ergebnisse der repräsentativen Online-Umfrage "Perspektive Deutschland" vorgestellt. Danach lehnen der 67% der Studierenden sowie 43% der Gesamtbevölkerung Studiengebühren ab.

In der unter Schirmherrschaft von Richard von Weizsäcker durchgeführten Befragung sprachen sich 2/3 aller Studierenden und die Mehrheit der Gesamtbevölkerung gegen Studiengebühren aus. "Wer in Deutschland Studiengebühren einführt, handelt gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit," sagt AStA-Vorsitzende Verena Vay.

Die Befragten konnten zwischen zwei Modellen wählen. 67% der Studierenden sowie 43% der Gesamtbevölkerung entschieden sich für Modell A, nach dem das Studium an staatlichen Universitäten und Fachhochschulen gebührenfrei ist und durch Steuern finanziert wird. Nur 21% der Studierenden und 39% der Gesamtbevölkerung wählten Modell B, nach dem die Studierenden ihre Ausbildung vom ersten Semester an, unter anderem auch durch Kredite, finanzieren.

Amin Benaissa, ABS-Geschäftsführer und AStA-Referent, wies zusätzlich darauf hin, dass auch der Wettbewerb zwischen den Hochschulen keinen Rückhalt in der Bevölkerung hat. Nur 11% der Befragten sahen hier Handlungsbedarf. Benaissa kommentiert: "Wir brauchen solidarische, demokratische Hochschulen, kein krankhaftes Konkurrenzdenken. Der Mehrheit der Menschen ist das klar. Wann begreifen das die BildungspolitikerInnen - vor allem von Union und FDP - auch endlich?"

Der stellvertretende AStA-Vorsitzende Mike Josef wünscht sich ein gerechteres Bildungssystem. "Eine wirkliche emanzipatorische Perspektive wäre, wenn Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Einkommen einen Zugang zur Bildung haben."

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