Orientalistikbibliothek muss bleiben!

Datum der Veröffentlichung:Dienstag 18.12.2007

Nachdem den Studierenden der Orientalistik vor einigen Wochen die Zusage erteilt wurde, dass diese ihr Studium mit Orientbibliothek vor Ort beenden könnten, erfuhr man letzte Woche über Umwege, dass feste Abmachungen mit Studierenden und Lehrenden des Fachbereichs durch eine Vereinbarung zwischen der Goethe-Universität Frankfurt, der Philipps-Universtität Marburg und dem Bildungsministerium gebrochen wurden.

Zweidrittel der Bibliothek soll bereits in der Woche vom 11. bis 15. Februar nach Marburg transferiert werden. Der Rest soll bis Ende des Sommersemesters 2008 in Frankfurt elektronisch katalogisiert werden und anschließend nach Marburg folgen. Daran sei laut Vizepräsident Ebsen nicht mehr zu rütteln.

Für die Frankfurter Studierenden der Orientalistik würde dies bedeuten, dass sie bis zum Auslaufen des Studiengangs 2010, für vier Semester hier keinen Zugriff mehr auf die Bücher hätten. "Ein Studium ohne Zugriff auf die entsprechende Fachbibliothek ist für die Studierenden eine nicht hinzunehmende Zumutung", empört sich Mirko Roth, studentische Bibliotheksaufsicht der Orientalistik. AStA-Vorsitzende Anja Engelhorn schließt sich dem an: "Es ist ein unverfrorenen Lösungsvorschlag des Präsidiums, dass die Studierenden dank ihres Semestertickets eine Reise nach Marburg zur Buchbeschaffung in Kauf nehmen könnten. Dies macht einmal mehr die Ignoranz und Unkenntnis des Präsidiums deutlich."

Den Studierenden stände bereits zu den nächsten Semesterferien der Großteil der Bücher für ihre Haus- und Abschlussarbeiten nicht zur Verfügung. Diese Tatsache verschärft die Studienbedingungen der Studierenden enorm, da diese auf Grund ihres auslaufenden Studienfachs an einen strengen Zeitplan gebunden sind.

Ein weiterer und nicht unerheblicher Kritikpunkt an dem unvorbereiteten und intransparenten Vorgehen des Präsidiums wird von Orientalistikprofessor Dr. Daiber angeführt. Dieser beklagt auch, dass ein finanzieller Merhaufwand von geschätzten 36.000 Euro entstehen würde: "Der Marburger Weg macht die Frankfurter Orientalistikbibliothek für einen längeren Zeitraum unzugänglich, schränkt Lehre und Forschung in Frankfurt aber auch in Marburg ein und führt zur Verschwendung von Steuergeldern." Der AStA macht sich weiterhin für die Belange der Orientalistiktudierenden stark und verurteilt das Vorgehen des Präsidiums auf das Schärfste.

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