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Miserable Bedingungen schlecht verwaltet

Datum der Veröffentlichung:Donnerstag 15.12.2011

Am 14.12. wurde dem Senat der Goethe-Universität der neue Budgetplan vorgelegt. Auch 2012 wird weitergekürzt, womit deutliche Verschlechterungen der Studienbedingungen einhergehen werden.

In den Zahlen wird der neue Tiefpunkt auf der finanziellen Abwärtsfahrt der Goethe-Uni erkennbar. Die Uni muss im nächsten Jahr mit rund 20 Mio. Euro weniger auskommen.

Der Mangel an finanziellen Mitteln, der durch die Unterfinanzierung seitens des Landes produziert wird, könne nicht durch eingeworbene Stiftungsgelder, oder Rücklagen aufgefangen werden.

Wo in Zukunft gekürzt wird, ist dabei zunächst noch offen. Nur von "struktureller Reorganisation" war die Rede und davon die Uni "effizienter" zu gestalten. Diese euphemistischen Formulierungen bedeuten letzten Endes Entlassungen und erneut massive Kürzungen an den Fachbereichen. "Bei der Transformation in eine Stiftungsuni wurde uns versprochen, dass es für alle besser wird. Mittlerweile ist klar: es ist für niemanden besser geworden, außer für eine kleine Gruppe derer, die entweder Propaganda für dieses Modell betreibt und sich ihre eigenen Posten verschafft und jene Lehr- und Forschungsbereiche, von denen man sich am Ende eine profitable Unternehmensausgründung, vielleicht im Bereich der Biochemie, verspricht.", so Alexandra Colligs, Referentin für politische Bildung.

Nicht gekürzt wird dagegen auch bei den Verantwortlichen dieses Modells. Im Vergleich zum Vorjahr werden die Gelder des Präsidiums um 400.000 Euro aufgestockt. Studentische Vertreter kritisieren diese Prioritätensetzung, hinter denen sie auch das Wirken eines unternehmerischen Leitbildes der Hochschule vermuten. "Wer sich die Hochschule als Unternehmen vorstellt, kommt schnell zu dem Schluss, dass die Außendarstellung und eine starke Unternehmensleitung das wichtigste in der heutigen Hochschule seien. Dagegen gelte es, den gesellschaftlichen Bildungsauftrag und auch die sog. nicht-verwertbare Hochschulbildung zu verteidigen", so Hannes Ahbe, Referent für Kommunikation des AStA der Goethe-Uni. "Die Situation ist absurd. Es werden hunderte Millionen für neue Repräsentativbauten auf einem neuen Campus-Gelände verschwendet. Das Gelände wird penibel sauber und in Form gehalten, stundenlang am Tag Laub gesaugt und gekehrt. Und die Studierenden sitzen dann in überfüllten Veranstaltungen mit überarbeitetem Lehrpersonal", so Ahbe. Sowohl die systematische Unterfinanzierung der Hochschulen, wie auch die inneruniversitäre Prioritätensetzung zur Verwaltung dieser Mangelsituation seien skandalös und nicht hinzunehmen, stimmen Ahbe und Colligs überein.

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