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Ein letztes Aufbäumen?!

Datum der Veröffentlichung:Donnerstag 24.3.2011

Die Frankfurter Stiftungsuniversität steht nach dem Scheitern in der dritten Runde der Exzellenzinitiative vor einem massiven Legitimationsdruck. Das beweist die neue Imagebroschüre: Vorsprung durch Autonomie, welche auf der letzten Sitzung des Senats am 16.03.2011 durch die sog. Abteilung für Marketing und Kommunikation verteilt wurde. Aus der Exzellenzinitiative ist nun vielmehr eine Existenzinitiative für die Universität und das Präsidium geworden.

Es war ein schwarzer Tag für das Frankfurter Präsidium der Goethe Universität und der Abteilung für Marketing und Kommunikation (MuK), nachdem bekannt wurde, dass die Frankfurter Uni in der dritten Runde der Exzellenzinitiative vollständig gescheitert ist. Neben einem weiteren Exzellenzcluster, und einem Graduiertenförderungsprogramm fiel auch das eingereichte Zukunftskonzept der Frankfurter Hochschule durch. An dieses war auch der für das Frankfurter Präsidium wichtige Titel der Elite Uni geknüpft. Wirklich öffentlichkeitswirksam geäußert hat sich die Universitätsleitung nach bekannt werden des Misserfolges nicht. In der Senatssitzung machte Uni Präsident Werner Müller-Esterl aber allen klar, dass es nach dieser Niederlage nur gemeinsam vorwärts gehen kann und muss: Und das bedeutet in die Richtung, die das Präsidium vorgibt, nämlich in Richtung Privatisierung.

Als hätte man die aufkommende Kritik am Stiftungsmodell nach dem Scheitern in der Exzellenzinitiative geahnt, lanciert der Vorsitzende des Senats, Uni-Präsident Müller-Esterl, Durchhalteparolen. Zusätzlich wurde im Senat und danach hochschulöffentlich eine neue Imagebroschüre der Marketingabteilung mit dem Namen: Vorsprung durch Autonomie verteilt. "In den wenigen Texten der Broschüre wird einmal mehr deutlich, wie sehr die Identität der Universität mit dem Erfolg des Präsidiums bei der Transformation der Hochschule in eine Stiftungsuniversität verknüpft ist. Die Broschüre bezeugt aber auch die erste wirkliche Identitätskrise der Uni, allen voran des Präsidiums und zeigt wie unsicher man sich im Inneren über die derzeitige Entwicklung ist", so Hannes Ahbe, Referent für inneruniversitäre Kommunikation im AStA der Goethe-Uni.

Die ehemalige AStA-Vorsitzende und neue Referentin für Hochschulpolitik, Nadia Sergan, kommentiert dies so: "Der Druck auf die Hochschulleitung wird höher. Wir werden dafür sorgen, dass wieder ein kritischer Diskurs über die Frankfurter Uni geführt wird. Das ist vom letzten AStA versäumt wurden". Zu der Vorstellung eines kritischen Diskurses ergänzt Sergan: "Wir halten es auch für ein fatales Zeichen, dass Meinungsbildungsprozesse im Senat statt durch ausführliche ergebnisoffene Diskussionen nun durch die Form eines Heftchens à la "Wie argumentiere ich das Modell der Stiftungsuni" ersetzt werden sollen. Das wird einer Universität einfach nicht gerecht. Aus der Exzellenzinitiative ist für das Frankfurter Präsidium unweigerlich eine Existenzinitiative geworden". War in der Vergangenheit die Abteilung MuK in der Außendarstellung des Projektes Stiftungsuni um vermittelnde Worte bemüht, wird nun ein rauerer Ton angeschlagen. Für die Leitung der Universität gilt nun die neue alte Leitlinie: Autonomie ohne Kompromisse. Das bedeutet für die Frankfurter Hochschule - vor allem auch nach der erfolglosen Teilnahme an der Exzellenzinitiative- der weitere Ausbau privater Mittel um den auch nicht unbeträchtlichen finanziellen Verlust, welcher das Nichtweiterkommen in der Exzellenzinitiative bedeutet, zu kompensieren. Weiterhin wird in dem farbigen Heftchen vom Stiftungsmodell als erfolgreichem Modell der Zukunft gesprochen. Dies zeugt von der zunehmend falschen Wahrnehmung des Präsidiums:

"Sich mit einer 16-seitigen Broschüre zu beschäftigen, in welcher maximal zwei Seiten Text und sonst nur Fotos zu finden sind, zeugt vom derzeitigen Realitätsverlust des Frankfurter Präsidiums und deckt seine Strategie gnadenlos auf: Fassade statt Inhalt, Hochglanz statt Qualität. Wir wollen eine Hochschule, die Kritik und Mitbestimmung ermöglicht statt Stiftungsuni und Exzellenzinitiative", so Ahbe abschließend.

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