Kabinett beschließt Einführung von Studiengebühren

Datum der Veröffentlichung:Freitag 5.5.2006

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) verurteilt das Vorhaben der Landesregierung, Studiengebühren in Höhe von mindestens 500 Euro einzuführen. Dieses Vorhaben ist nicht nur verfassungswidrig, es würde auch zu einer Verstärkung der ohnehin schon gravierenden sozialen Selektion des deutschen Bildungssystems führen. "Die Studierendenschaft ist strikt gegen die Einführung von Studiengebühren. Sie verschlechtern die Situation der Studierenden, anstatt sie zu verbessern," sagt AStA-Vorsitzende Verena Vay.

Das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat bereits vorab eine Broschüre herausgegeben. "Der Titel der Broschüre "Beiträge für ein erfolgreiches Studium" ist angesichts ihres Inhalts der blanke Hohn," so der Referent für Hochschulpolitik, Tobias Courtial. Die Broschüre beinhaltet unter anderem die Lüge, dass Studiengebühren keine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen.

In der Broschüre wird außerdem behauptet, Studiengebühren würden die Leistungsfähigkeit der Hochschulen verbessern. Selbst die Hochschulrektorenkonferenz hat erst gestern davor gewarnt, dass die Föderalismusreform zu weiteren finanziellen Einbußen bei den Hochschulen führen werde. "Es droht ein Nullsummenspiel. Die Studierenden sollen die finanziellen Verluste der Universitäten kompensieren," sagt Verena Vay. Studiengebühren würden zu keiner qualitativen Verbesserung der Lehre oder der Studienbedingungen führen.

Verena Vay: "Der AStA wird die Einführung von Studiengebühren mit allen Mitteln bekämpfen."

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