Hochschulleitung will Ausmaß des Exmatrikulationsdebakels herunterspielen

Datum der Veröffentlichung:Freitag 13.3.2009
Am vergangenen Mittwoch trafen sich der AStA-Vorstand und der Präsident der Goethe- Universität zum Monatsgespräch. Dort wurde von Seiten des Präsidiums konkret nachgefragt, um wie viele Fälle ungewollter Exmatrikulationen es sich handele. Nach Aussage eines Mitarbeiters der Universität beläuft sich die Zahl auf etwa 1000 Studierende. Eine Dementierung der Angaben des AStA-Vorstands von Mittwoch durch den Pressesprecher Olaf Kaltenborn, der die Zahl von höchstens 100 Betroffenen nannte, ist aus Sicht des AStA fahrlässig und illegitim.

Am vergangenen Mittwoch trafen sich der AStA-Vorstand und der Präsident der Goethe- Universität zum Monatsgespräch. Dort wurde von Seiten des Präsidiums konkret nachgefragt, um wie viele Fälle ungewollter Exmatrikulationen es sich handele. Nach Aussage eines Mitarbeiters der Universität beläuft sich die Zahl auf etwa 1000 Studierende. Eine Dementierung der Angaben des AStA-Vorstands von Mittwoch durch den Pressesprecher Olaf Kaltenborn, der die Zahl von höchstens 100 Betroffenen nannte, ist aus Sicht des AStA fahrlässig und illegitim. Die AStA-Vorsitzenden zeigen sich erschrocken über den Versuch der Universität das Ausmaß aus Sorge um negative Publicity zu vertuschen. "Wir sind entsetzt über die Art des Umgangs mit der Existenzangst von so vielen Studierenden. Wir wollten mit der Weitergabe dieser Zahl, wie sie uns mitgeteilte wurde, letzte Lücken im Informationsfluss schließen.", erklärt AStAVorsitzende Nadia Sergan. Die Zahl von 100 Studierenden bezieht sich nur auf die in NCbeschränkten Fächern Eingeschriebenen. In nicht NC-beschränkten Fächern gibt es mindestens 600 weitere Fälle. "Die Aussage, dass sich letztere "einfach wieder einschreiben könnten", ist eine Verharmlosung der Situation. So einfach ist es eben nicht. Auch die Reimmatrikulation in nicht NC-beschränkten Fächern ist problematisch, ebenso wie in Studiengänge, die bereits modularisiert sind.", erklärt Nadia Sergan weiter. "Auch diese Studierenden müssen unbedingt Widerspruch einlegen!" Die Sorge um den guten Ruf der Universität führt nicht zum ersten Mal zu Dementierungen von Aussagen des AStA. Bei allem Bemühen den Dialog zwischen Uni-Präsidium und AStA zu verbessern, muss laut AStA-Vorstand Ehrlichkeit an erster Stelle stehen. Die Pressemitteilung des AStA diente nicht dazu das Präsidium an den Pranger zu stellen, sondern lediglich der breiten Streuung der Möglichkeit Widerspruch im Falle der Exmatrikulation einzulegen. Aus Sicht des AStA reicht es aus, dass zig Studierende nicht über die vorgezogene Rückmeldefrist informiert waren, jetzt wäre jedoch daran gelegen Faktenklarheit zu schaffen, um das Ausmaß versehentlicher Exmatrikulationen einzudämmen. AStA-Vorsitzender Jonas Erkel dazu: "Alle betroffenen Studierenden sollen noch rechtzeitig vor Ablauf der Widerspruchsfrist von dieser erfahren. Durch die Dementierung unserer Aussage sehen wir eine falsche Prioritätensetzung in dieser Angelegenheit." Bereits am Mittwochabend hatte Vize-Präsident Schubert-Zsilavecz die Pressemitteilung des AStA als eine "Ohrfeige" bezeichnet. "Aus unserer Sicht wäre es Aufgabe der Universität gewesen, alle Studierenden per Mahnbescheid an den Ablauf der ersten Frist zu erinnern. Da sie dazu nicht verpflichtet ist, hätten wir es begrüßt, wenn die Uni weitere Versuche noch die letzten fehlinformierten Studierenden zu erreichen, wenigstens nicht als "Ohrfeige" interpretiert.", so Erkel abschließend. Solidarisch erklärt der AStA der Goethe-Universität: "Wir hoffen, dass es trotzdem auch im nächsten Jahr wieder Nachtisch für die Journalist_innen der Frankfurter Rundschau geben wird."

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