Falsch verbunden? - Zur Verbindungsproblematik an der Frankfurter Universität

Datum der Veröffentlichung:Samstag 27.10.2007

In den vergangenen Wochen häuften sich die Aktivitäten der studentischen Verbindungen in Frankfurt und insbesondere auf dem Campus IG Farben am Westend. Zum neuen Semester versuchen diese ihren massiven Mitgliederschwund aufzuhalten. Der AStA der Johann Wolfgang Goethe-Universität warnt alle Studierende und insbesondere die Erstsemester vor den fragwürdigen Aktivitäten studentischer Verbindungen und Burschenschaften und lädt zu seiner Veranstaltungsreihe ein.

Bereits im Vorfeld der UniStart-Messe am 11.10.2007 hatte es die AStA-Vorsitzende Anja Engelhorn große Anstrengungen gekostet, den Organisator CampuService GmbH davon zu überzeugen, dass es abzulehnen ist, wenn studentische Verbindungen, im konkreten Fall die rechtskonservative, farbentragende und pflichtschlagende Turnerschaft Alsatia, auf dieser großangelegten Veranstaltung werben dürfen.

So wie die Alsatia treten viele weitere Verbindungen derzeit sehr offensiv auf. Der AStA warnt vor deren grundsätzlichen Ideologie, ihrem ausschließenden Charakter und ihrem oftmals nationalistischen, sowie stets elitären Gestus. In Gesprächen mit der Universitätsleitung konnte der AStA bisher noch keine wesentlichen Erfolge erzielen. Das Bewusstsein, weshalb in einer pluralistischen Universität derartige Organisationen prinzipiell abzulehnen sind, ist nicht gegeben. Doch dieses will der AStA bei den Studierenden schaffen.

Dazu wird unter dem Titel "Unpolitisch bis zum Endsieg" in drei Informations- und Diskussionsveranstaltungen über die grundlegende Ideologie der sich oftmals als unpolitisch definierenden Verbindungen aufgeklärt. Am 23.10.2007 wird ab 20.00 Uhr Redakteur Norbert Trenkle im Café KoZ des Studierendenhauses über den Nationalismus und Patriotismus in der breiten Öffentlichkeit und in studentischen Verbindungen im Besonderen referieren. Am 07.11.2007 wird ab 20.00 Uhr allgemein in den Themenkomplex des Verbindungswesens eingeführt. Darüber hinaus wird explizit am Beispiel der "Dresdenia Rugia" aus Gießen ein Einblick in die Welt der rechten Burschenschaften gewährt. Am 21.11.2007 widmet sich Dr. Alexandra Kurth ab 20.00 Uhr dem Sexismus und den männerbündischen Elementen in studentischen Verbindungen. Außerdem ist auf den Veranstaltungen der aktuell herausgebrachte Reader zur Veranstaltungsreihe mit vielen Hintergrundinformationen erhältlich.

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