"Deutsche Normalitätseuphorie"

Datum der Veröffentlichung:Dienstag 27.5.2008

Unter dem Titel "Deutsche Normalitätseuphorie" findet am 30. und 31. Mai ein Kongress zur Kritik des Nationalismus in Sport und Popkultur im Studierendenhaus der Frankfurter Universität statt. Der AStA der Johann Wolfgang Goethe-Universität unterstützt diese.

Die Veranstaltung geht auf die Initiative verschiedener Gruppen und Einzelpersonen zurück, darunter die Fachschaften der Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften. Ziel der Beteiligten ist es, eine kritische Auseinandersetzung anzuregen und auf nationalistische Tendenzen hinzuweisen.

Anlass der Auseinandersetzung mit Nationalismus bietet die Anfang Juni 2008 beginnende Fußball-Europameisterschaft. In den geplanten Vorträgen und Diskussionen geht es aber nicht nur um die Reflektion des Zusammenhangs von Nationalismus und Sport im Allgemeinen oder Fußball im Besonderen, sondern auch um die kritische Rekonstruktion der Verhandlung nationaler Identität und Nationalismus im neuen deutschen Kino oder in der deutschsprachigen Popmusik. "Mit der Kritik des Nationalismus in Sport und Popkultur wollen wir vor allem Formen nationaler Identifikation im Alltag problematisieren. Nationalismuskritik bedeutet Kritik an deutscher Normalität", so Katharina Rhein von der Vorbereitungsgruppe. Die Tagung soll Neulingen wie Fortgeschrittenen des Themas ein Forum für kritische Diskussionen bieten und sie für nationalistische Tendenzen sensibilisieren.

Vorträge und diverse Arbeitskreise zu verschiedenen Spezialgebieten werden stattfinden. Neben zwei Workshops zur Reflektion der Fußballweltmeisterschaft 2006 wird das Thema Kulturindustrie und Sport behandelt. Zudem werden sich Arbeitsgruppen mit dem Geschlechterverhältnis im Fußball sowie Nationalismus in Film beziehungsweise Popmusik beschäftigen. Referent_innen aus dem gesamten Bundesgebiet werden den Kongress mit ihren Beiträgen bereichern. Zu diesen gehören unter anderem Dieter Bott, hinlänglich als "Fansoziologe" in der Tradition der Kritischen Theorie bekannt, Benjamin Ortmeyer, Autor der einst Aufsehen erregenden GEW-Publikation "Argumente gegen das Deutschlandlied", die Kulturwissenschaftlerin Sonja Witte sowie Martin Büsser, Autor und Verleger mit Schwerpunkt Popkultur.

Zum Abschluss wird sich ein Podium insbesondere der Fragestellung nach der Transformation des deutschen Nationalismus annehmen, bevor - zu guter Letzt - die Veranstalter_innen am Samstagabend ab 22.00 Uhr zu Konzert und anschließender Party in das Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI, Kettenhofweg 130) einladen.

Über die Pressemitteilung hinausgehende Informationen sind der Internetpräsenz normalitaetseuphorie.blogsport.de zu entnehmen.

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