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Demokratie jetzt auch in Baden-Württemberg!

Datum der Veröffentlichung:Samstag 30.6.2012

Während der Trend in der Hochschullandschaft weg geht von demokratischen Strukturen und Mitbestimmung, gibt es nun ein Hoffnungszeichen aus Baden-Württemberg. Denn hier werden gerade Verfasste Studierendenschaften wieder eingeführt. Der AStA der Goethe Universität Frankfurt gratuliert hierzu den Studierenden in BaWü.

Der Baden-Württembergische Landtag hat diese Woche beschlossen nach 35 Jahren endlich wieder Verfasste Studierendenschaften einzurichten. Das ist ein großer Erfolg für die Demokratie an den Hochschulen. Seid 1977 gab es keine Verfassten Studierendenschaften mehr in BaWü die eine unabhängige Interessenvertretung für die Studierenden gewährleisten konnten. 

Bis jetzt mussten sich die Studierenden behelfsweise mit Vereinen oder anderen Hilfskonstruktionen bescheiden. Diese hatten jedoch die Nachteile,, dass sie nicht wirklich über eigene Finanzmittel und Unabhängigkeit von den Präsidien der Universität verfügten. So sind viele Angebote der Studierendenschaften - wie beispielsweise das Semesternetzticket, das freie Fahrt im Nahverkehr garantiert - unbekannt weil diese einfach nicht durch die Studierenden selber verhandelt werden konnten. 

Doch der größte Gewinn ist ein mehr an Demokratie an den Hochschulen des Landes. Gerade aus Frankfurter Sicht, mit unserer Stiftungsuniversität, Stiftungsprofessuren, Leistungsbezogener Bezahlung von Professuren, Hochschulrat, Stiftungsrat, einem autoritärem Präsidium und einem machtlosem Senat, ist die Einführung der Verfassten Studierendenschaften in BaWü ein Hoffungszeichen, dass Demokratie an den Universitäten eine Zukunft hat. Hiervon sollte ein Impuls ausgehen, ähnlich wie von der Abschaffung der Studiengebühren in Hessen, der weite Kreise zieht und ein mehr an Mit- und Selbstbestimmung an die Hochschulen bringt. Denn es gibt viel zu tun. So ist die größte Gruppe, die Studierenden, in den Gremien nur mit wenigen Stimmen vertreten, während die ProfessorInnen immer die Mehrheit halten. Eine paritätische Besetzung in den Gremien wäre ein logischer nächster Schritt. Ebenfalls sollten die Studierendenschaften, überall, endlich wieder das allgemeinpolitische Mandat erhalten, so dass sie sich zu allen Belangen zu denen sich Studierende äußern wollen auch äußern können. 

Doch zu aller erst einmal einen ganz großen Glückwunsch an die Studierenden in BaWü. Ihr habt einen tollen Erfolg errungen!

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