Bücherverbrennung 1933: „Der Deutsche Student kämpft gegen Schund und Schmutz“

Datum der Veröffentlichung:Freitag 10.5.2013

 

Eine Erinnerung des AStA der Universität Frankfurt am Main.
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Wir erinnern in Trauer an die Bücherverbrennungen vor achtzig Jahren. Am 10. Mai 1933 loderten in Frankfurt am Main auf dem Römerberg die Werke von mehr als 130 Schriftsteller_innen und Wissenschaftler_innen. Zuvor hatte der Zug mit Ochsenkarren, voll von aus der Universitätsbibliothek entfernten Büchern, durch das Westend geführt und wurde am Ziel von etwa 15000 Schaulustigen erwartet. Eine Kapelle spielt zur Feuerrede des Studentenpfarrers auf. Dann wurden die Schriften dem Scheiterhaufen preisgegeben. Ähnliches vollzog sich an 21 weiteren Hochschulorten und über das Jahr hinweg an etwa 70 Orten an die 100 Male.
Am 10. Mai war es der Höhepunkt der vierwöchigen Kampagne „Aktion wider den undeutschen Geist“. Angeleitet wurde sie von der Deutschen Studentenschaft, dem durchweg von Verbindungsstudenten und seit 1931 von Nationalsozialisten angeführten Zusammenschluss der Allgemeinen Studentenausschüsse der deutschen Hochschulen von 1919 bis 1945. Reichsweit wurde verlauten lassen: „Wir fordern vom deutschen Studenten den Willen und die Fähigkeit zur Reinerhaltung“, „Unser gefährlichster Widersacher ist der Jude“, „Wir fordern die deutsche Hochschule als Hort des deutschen Volkstums“. Studenten im Braunhemd, mit Band und Mütze oder schlicht im Anzug sammelten und vernichteten „zersetzende“ Schriften; die geschriebenen Worte politisch unliebsamer und insbesondere jüdischer Wissenschaftler_innen und Autor_innen. Die kulturpolitische Säuberungskampagne war auch angelegt als Ausdruck der Zerschlagung der gesamten Opposition gegen den Zeitgeist in Kultur, Wissenschaft und Politik und offenbarte bereits den Vernichtungswillen gegen die Jüdinnen und Juden. Es gilt: Nie wieder!

Wir weisen auf die heutigen Veranstaltungen durch das Institut für Stadtgeschichte hin.
Auch weisen wir gerne nochmal auf die Veranstaltungsreihe der Initiative Studierenden am IG Farben-Campus hin, die sich am Dienstag, dem 14.5. um 19 Uhr dem Thema widmet.
Zudem wird der AStA sich künftig dem Ereignis nochmal eigens annehmen, vorraussichtlich in Kooperation mit dem anlaufenden Projekt Verbrannte Orte (http://verbrannte-orte.de).

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