Boykott endet - Protest wird fortgesetzt

Datum der Veröffentlichung:Dienstag 18.9.2007

Bei einem Stand von 1021 Teilnehmenden wurde der Boykott von Studiengebühren an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt heute eingestellt. Die auf das Treuhandkonto eingezahlten 510500 Euro werden an die Universität überwiesen. Die Boykottierenden müssen nicht mit weiteren Konsequenzen rechnen.

Die breite Beteiligung und die positive Entwicklung des Boykotts in den letzten Wochen werten der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und der Boykott-Verein als deutliches Signal gegen Studiengebühren und für freie Bildung.

"Es ist erfreulich, dass viele Kommilitoninnen und Kommilitonen sich trotz massiver Einschüchterungsversuche durch Universitätsleitung und Landesregierung beteiligt haben", resümiert Katharina Rhein, Vorstandsmitglied des Boykott-Vereins. "Studierende im Langzeit- oder Zweitstudium und viele ausländische Studierende konnten sich ohnehin nicht beteiligen. Gleiches gilt für diejenigen, die ein Darlehen bei der Landestreuhandstelle aufnehmen mussten." Wer einen Studienabbruch oder einen Kredit ablehnt, arbeitet oftmals während der Semesterferien, um auf den letzten Drücker den Betrag überweisen zu können.

Dies drückt sich auch in der aktuellen Studierendenstatistik aus: Trotz Ende der Rückmeldefrist am 21.09.2007 hatten sich Anfang dieser Woche erst 22.000 der zuletzt 34.000 Studierenden zurückgemeldet. Somit muss von einem massiven Rückgang der Studierendenzahlen ausgegangen werden. "Einmal mehr fügt die Ideologie von Koch, Corts und Steinberg der Universität und der Wissenschaft großen Schaden zu", empört sich die stellvertretende AStA-Vorsitzende Anja Muhr. "Wenige haben sich ausdrücklich gegen den Boykott entschieden, sondern scheinbar eher ihr Studium abgebrochen, als sich zu verschulden", analysiert Muhr die Situation.

Die neue AStA-Vorsitzende Anja Engelhorn bekräftigt noch einmal: "Wir stehen weiterhin zu der Protestform des Boykotts. Sie beinhaltet das Potential, die Rücknahme der Studiengebühren zu erzwingen. Für unser Grundrecht auf Bildung zahlen zu müssen, ist absurd. Wir fordern die Landesregierung auf, die Studiengebühren wieder abzuschaffen."

Gemeinsam ist man sich sicher: Auch wenn das gesetzte Quorum nicht erreicht wurde, der Protest gegen Studiengebühren wird fortgesetzt. Schließlich ist noch nicht einmal geklärt, ob das entsprechende Gesetz verfassungskonform ist.

Soziale Netzwerke