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Beitrag zum Thema "Umzug des Bockenheim-Campus"

Datum der Veröffentlichung:Montag 20.8.2012

Viele von uns fragen sich, wie es eigentlich weitergeht mit dem Campus Bockenheim. Und das zurecht, denn wirklich klar beantworten kann das niemand. Kürzlich hieß es in der Presse: dass sich der endgültige Umzug der Uni und der Ausbau des Campus Westend um bis zu drei Jahre verzögern könnte, dafür gebe es derzeit keine Anhaltspunkte. In dem vergangenen Jahr hatte es anderslautende Berichte gegeben, wonach sich der Umzug nicht wie geplant bis zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität 2014 realisieren lasse. 2019 sei angestrebt. Vor mehr als 10 Jahren begann das ganze Großprojekt. Die Kosten für den Umzug von Bockenheim auf das I.G.Farben-Gelände im Westend kostet nach aktueller Schätzung mehr als 750 Millionen Euro.

1. Am Campus Bockenheim soll ein Kulturcampus entstehen - ein Prestigeprojekt für Stadt und Land. Vorgesehen sind eine Teilung von 30% exklusiver Miet- und Verkaufswohnungen, etwa 25% sozialer Wohnungsbau, der Rest von etwa 45% bleibt für Industrie und Kultur. In dem Rahmen fand auch der klandestine Verkauf des ivis an die Immobilienagentur Franconofurt anfang des Jahres statt - zu einem Spottpreis von etwas mehr als einer Millionen Euro. Weiter ist auch unklar, wie mit einzelnen denkmalgeschützten Gebäuden verfahren wird, deren Erhalt nach dem bisherigen Stand der Planung nicht vorgesehen ist, so das Philosophicum und große Teile des Studierendenhauses. Die Bibliothek am Campus Bockenheim ist ebenfalls denkmalgeschützt.

Ein Umzug zum Campus Westend in einen Neubau ist geplant, jedoch fehlen bisher die Mittel, sodaß mit einem endgültigen Umzug erst ab 2019 gerechnet wird. Das Studentenwohnheim an der Bockenheimer Warte ist der einziger Bau geblieben, der von Kramers anfänglicher Idee einer Campusuniversität zeugt . Der viergeschossige Bau umfasst 48 Doppel- und 31 Einzelzimmer und soll auch im Laufe des nächsten Jahres aufgegeben werden. Ersatz gibt es für die Bewohner_innen nach aktuellem Stand nicht. Bis Ende Mitte nächsten Jahres soll der AfE-Turm leerrstehen und abgerissen werden. Bis 2014 sollte der bereits verkaufte Campus Bockenheim eigentlich geräumt sein und die Umbauarbeiten zum Projekt "Kulturcampus" beginnen. Die Gelder des Verkaufserlöses von rund 200 Millionen Euro von der AGB Holding sollten in die Finanzierung des neuen Campus und seiner Infrastruktur einfließen. Der Verkauf fand Mitte letzten Jahres statt. 2019 möchten Stadt, Land und AGB Holding südlich der Bockenheimer Landstraße schon einen "intakten" Stadtteil haben.

2. Und der neue Campus? Stadt und Land aus der Finanzierung zurückgezogen, was absehbar - nicht zuletzt nach den Kürzungen des Hochschulpaktes und der Finanzkrise, die in aller Munde ist. Alleine die im Westend laufenden Bauarbeiten für den zweiten Bauabschnitt werden auf 170 Millionen Euro beziffert. Das Haus für die Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften, Psychologie und Humangeografie sollte laut dem Stand von letztem Jahr 2012 fertiggestellt werden. Letzte und teuerste Einrichtung wäre die Zentralbibliothek für 90 Millionen Euro - die größte Unibücherei der Republik, auch davon ist aktuell nichts zu sehen. Die Finanzierung hierfür steht noch gar nicht. Für den Bau scheint durchaus Gelder vorhanden zu sein, nich aber für die angemessene Einrichtung. Zu guten Teilen wurde diese kommende Bauphase aus QSL-Mitteln finanziert; Mittel, die als Ersatz für Studiengebühren für eine Verbesserung der Betreuungs- und Lehrsituation herhalten sollten.

Und wir? Wir wissen auch nicht weiter. Es wurde vor zwei Jahren angekündigt, es solle keine Interims-, also Übergangslösungen geben. Das scheint hinfällig. Ersten Gerüchten zufolge werde Kinos für Hörsäle angefragt, pendeln, so hieß es, sei durchaus zuzumuten. Eine Zwischenutzung des Campus Bockenheim während der anlaufenden Bauphase des Kulturcampus ist angedacht. Wir wissen es leider auch nicht besser, die Universität hüllt sich in Schweigen oder weiß auch nicht weiter.

Die nächsten Monate werden zeigen, wie es weitergeht. Deswegen die bitte an euch; informiert euch, organisiert euch und bleibt dran. Wir werden unser bestes geben, euch dabei zu unterstützen.

(Anmerkung des AStA: Dieser Beitrag wurde als Redebeitrag des Kommunikationsreferats bei der studentischen Vollversammlung verlesen. Alle Informationen und Zahlen sind der Presse und Gesprächen mit Universitätsangehörigen entnommen. Über gesicherte Informationen, Daten o.ä. verfügen wir leider nicht.)

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