AStA Zeitung - Sex und Schein

Datum der Veröffentlichung:Mittwoch 8.2.2017
I.
Warum Sex?
 
Liebe Studierende, Leser*innen und Freund*innen der AStA-Zeitung, wir wollen euch willkommen heißen in unserer neusten Ausgabe. Wie ihr in unserem Call for Papers und der berüchtigten Umfrage (dazu gleich mehr) sehen konntet, wollen wir hier journalistische Texte, künstlerische Beiträge und essayistische Artikel zum Thema Sex (und Schein) versammeln, die uns in ungewohnter Masse erreichten. – Ein Indiz dafür, dass euch das Thema mit besonderem Interesse gewogen ist. Eine der unangenehmen Erfahrungen, aus denen heraus wir dieses Thema aufgegriffen haben, soll dabei gleich zu Beginn nicht unerwähnt bleiben. Aufgrund der sich anhäufenden übergriffigen Vorfälle von Pick-Up-Artists und deren Nacheiferern auf dem Campus haben sich einige feministische Akteur*innen dem Thema gewidmet. Es gab hierzu eine Kontaktadresse und aus der kritischen Auseinandersetzung mit der Szene und ihren Praktiken heraus erschienen dazu zwei Artikel in der vorletzten AStA-Zeitung. Ein konkreter Pick-Up-Artist, der auch auf dem Frankfurter Campus agierte und als Beispiel dieses sexistischen Organisationszusammenhangs analysiert wurde, sah sich aufgrund der Kritik seiner Person und seiner öffentlichen Tätigkeit diffamiert und steht seitdem mit dem AStA in einem Rechtsstreit. Nun konnte der AStA Ende Dezember aus dem Rechtstreit erfolgreich hervorgehen und der betreffende PUA kann nun gern höhere Instanzen der Bestätigung des Urteils in Anspruch nehmen, um sich seines Rechtes – sofern möglich – zu versichern. Wir sahen uns darin bekräftigt, dass die Studierendenschaft in ihrem eigensten Organ – dieser Zeitung – das Recht und die Pflicht trägt, die gesellschaftlichen Manifestationen des Sexismus, die sich auch auf unseren Campus im Alltag, im Arbeitsverhältnis und Lernbetrieb deutlich genug zeigen, der Kritik zu überführen. Ausgehend von dieser Problemlage ist uns in der Diskussion die Idee gereift, eben darum die nächste Ausgabe, also diese, im eigenen Scheine des Sexes erstrahlen zu lassen, um euch die Möglichkeit der vielfältigen Auseinandersetzung zu bieten. Im Folgenden wollen wir euch Fluchtlinien und Stichpunkte geben, warum das Thema von besonderem Interesse ist und welche inhärenten Widersprüchlichkeiten es kennzeichnen.

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