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Aufruf zu Demonstration am 13. Oktober

 

DER ALLGEMEINE STUDIERENDENAUSSCHUSS DER UNIVERSITÄT FRANKFURT AM MAIN RUFT AUF:
 
Bezahlbaren Wohnraum schaffen und das Institut für vergleichende Irrelevanz erhalten! Am 13. Oktober werden verschiedene Stadtteil- und Mieter_innen-Initiativen, sowie wir Studierende eine Demonstration veranstalten, die um 15 Uhr am Hauptbahnhof beginnt: Für günstigen Wohnraum und Frankfurter Freiräume!
Wie katastrophal der Wohnungsmarkt in Frankfurt ist, wird jede_r wissen, der_die schon einmal eine Wohnung, ob Ein-Zimmer-Wohnung, WG oder Wohnheimplatz, gesucht hat.Nur 95% der Haushalte sind mit einer Wohnung abgedeckt. Damit ist Frankfurt die Stadt mit der geringsten Wohnfläche pro Person im Vergleich zu anderen westdeutschen Großstädten. 
Demgegenüber gibt es einen Büroleerstand von fast zwei Mio. Quadratmetern, der kaum als Wohnraum in Erwägung gezogen wird, obwohl das Potential dazu bestünde. Weiterhin lassen sich fortschreitende Gentrifizierungsprozesse in allen innenstadtnahen Teilen Frankfurts beobachten. 
 
Für die Stadt Frankfurt, die sich aufgrund ihrer Bedeutung als Finanzplatz als »Global City« versteht, spielen soziale Belange der Bevölkerung eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es ihr um Stadtpolitik im Rahmen einer internationalen Standortkonkurrenz. Dass in diesem Prozess die Interessen prekarisierter Bewohner_innen zum Opfer fallen, lässt sich aktuell beispielhaft im Ostend beobachten. Durch den Bau der neuen EZB steigen die Mieten im Ostend gerade massiv - so wie in fast ganz Frankfurt.
 
 
In diesem Wintersemester zeigt sich diese prekäre Situation für viele, vor allem zugezogene, Studierende ganz deutlich. Bis weit nach dem Vorlesungsbeginn haben viele von ihnen noch immer keine Wohnung gefunden - und das, obwohl sie Besseres zu tun gehabt hätten, als sich mit der Wohnungssuche zu beschäftigen. Aus diesem Grund und um Studierende bei der Wohnungssuche zu unterstützen, sie nicht im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße sitzen zu lassen, und somit das Thema Wohnraum auf die politische Agenda zu setzen, organisiert der AStA der Uni Frankfurt Schlafmöglichkeiten in einem „Indoor Camp“ im Studierendenhaus. In der Aktionswoche des Indoor Camps werden verschiedene Vorträge, Workshops und Filmabende organisiert rund um die Themen Wohnungsnot und Gentifizierung.
Mit dem Umzug des Campus Bockenheim auf den IG Farben-Campus und der Umwandlung des bestehenden Campus Bockenheim in den sogenannten »Kulturcampus« soll auch hier Kultur im Sinne einer wie auch immer gearteten »Hochkultur« institutionalisiert werden. Räume, in denen eine freiere und individuellere Gestaltung von Kultur möglich ist, werden dadurch weiter verdrängt. Die jetzt schon katastrophalen Lern- und Arbeitssituationen an der Universität werden sich weiter zuspitzen. Angesichts der katastrophalen Wohnraumsituation für Studierende ist es eine Frechheit, dass Wohnheime abgerissen werden, wie voraussichtlich dasjenige an der Bockenheimer Warte. 
 
Die Landesregierung und Uni-Leitung missverstehen immer wieder (gezielt) die Wohnraumproblematik als Privatangelegenheit. Stattdessen werden private, hochpreisige Studierendenresidenzen begrüßt oder es erfolgt ein lascher Appell an die Frankfurter Bürger_innen, Privaträume zur Verfügung zu stellen.
Selbstverwaltete Räume wie der Eltern-Kind-Raum oder das TuCa im AfE-Turm, das Institut für vergleichende Irrelevanz (IVI) oder auch das Studierendenhaus mit dem Café KoZ sind am neuen Campus oft nicht, in geringerem oder in sehr geringem Maße vorgesehen. Mit der Verdrängung selbstverwalteter Räume geht ein zunehmender Abbau kritischer Wissenschaften einher, die in der durchökonomisierten Uni mit Exzellenz-Clustern, House of Finance und Stiftungsprofessuren kaum mehr Platz finden. Somit werden gesellschaftskritische Aspekte sukzessive aus dem Weg geräumt.
 
 
Akut räumungsbedroht ist das IVI im besetzten Kettenhofweg 130, in dem seit über acht Jahren unter dem Motto »Theorie, Praxis, Party« alternative Wohn-, Party- und Lebensformen, kritische Wissenschaft (u.a. die »Gegenuni« und verschiedenste Kongresse) organisiert und durchgeführt wurden und werden. Ohne den AStA oder die Nutzer_innen des IVI überhaupt zu informieren, verkaufte die Universität dieses Frühjahr das Gebäude an die Franconofurt AG. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, am 13. Oktober auf die Straße zu gehen!
 
Seid dabei: am Samstag ab 15 Uhr am Hauptbahnhof, Kaisersack.
 
 
 

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