Campus Trinkhalle

Seit 2012 ist die Campus' Trinkhalle der neue HerrInnensignifikant in der symbolischen Ordnung der studentischen Räume. Gilles Deleuze lag richtig, als er sagte, man müsse nicht nur den faschistischen Staat bekämpfen, sondern immer auch die Mikrofaschismen: Im Büro, in der Ehe, auf dem Land, in der Stadt, im Stadtteil, beim universitären Prüfungsamt, im Café. Mit Mao sind wir davon überzeugt, dass die „neue Bourgeoisie“ in der Kommunistischen Partei selbst zu finden ist. Mit Lenin glauben wir, dass die Stärke seiner revolutionären Kleinstpartei nicht darin bestanden hat, dass sie ohne Not Kompromisse mit Revisionisten, Spontanisten und bakunistischen Dumpfbacken eingegangen ist. Mit Joachim Bruhn konstatieren wir, dass Bockenheim unglücklicherweise überall ist. Das Wort „Sein“, darin ist Platon zuzustimmen, müssen wir allerdings endlich aufgeben, obgleich wir es (aus Gewohnheit und Ungeschick) häufig benutzen. Rosa Luxemburg schließlich ist darin Recht zu geben, dass bürokratische Apparate meist nur der Konterrevolution nutzen, bisweilen aber "Residuen der Freiheit" (Adorno-Lesekreise) bewahren. Natürlich sind wir Antideutsche – und verurteilen daher die Annexion der Deutschen Demokratischen Republik.

Die Trinkhalle – im Pförtnerhäuschen am Gisèle-Freund-Platz – ist ein selbstverwalteter Raum neuen Typs und ein Ort zum Kaffee-, Tee-, Bier-, Limo- und Glühwein- und Cocktailtrinken. Es gibt Lesungen, Performances und Barabende. Neben Getränken kann man auch Druckerzeugnisse studentischer Initiativen erwerben. Während der Vorlesungszeit haben wir (fast immer) geöffnet.

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